Zitate, Aphorismen, Gedichte, Sprüche und Weisheiten

gesammelt, zusammengetragen* und erdacht

Jürgen Weiprecht

Nr. 1 bis 548 in Jena und ab Nr. 549 in Eisenberg

August 1983 bis September 1984

  1. Das Neue einer Idee ist die Verknüpfung von vorher vollkommen Unvereinbaren.
    Jürgen Weiprecht

  2. Für Millionen gibt es weder ein Schafott noch einen Henker.
    Balzac

  3. Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.
    Sophokles

  4. Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muß durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt von den Umständen ab.
    Friedrich Engels

  5. ..., die Natur ist doch das einzige Buch, daß auf allen Blättern großen Gehalt bietet.
    Johann Wolfgang Goethe

  6. Das Denken ist der größte Vorzug, und die Weisheit besteht darin, die Wahrheit zu sagen und nach der Natur zu handeln, auf sie hinhörend.
    Heraklit

  7. Wahres Wissen ist Wissen, das auf die Ursachen zurückgeht.
    Bacon

  8. Die Suche nach Wahrheit ist köstlicher als deren gesicherter Besitz.
    Lessing

  9. Klug wird man hinterher, klüger ist man meistens vorher.
    Paul Ehrenfroh

  10. Oberfläche, das ist der Glaube an die Unfehlbarkeit des Gedankens.
    Jürgen Weiprecht

  11. In immer größerem Maße erlangt die Technik die Fähigkeiten, menschliche Absichten zu verwirklichen.
    Norbert Wiener

  12. All diese Vielfalt am Himmel ...; man muß ihn zu den Mustern an Schönheit und Genauigkeit zählen.
    Platon

  13. Wir müssen den gegenwärtigen Zustand des Weltalls als Folge eines vorangegangenen und Ursache seines nachfolgenden Zustands betrachten.
    Laplace

  14. Losungen ersetzen keine Lösungen.
    Andre Brie

  15. Ehrlichkeit ohne Offenheit ist wie ein Haus ohne Tür.
    Andre Brie

  16. Spätestens seit Marx ist der linke Weg der Rechte.
    Andre Brie

  17. Wir haben Angst, Sinnloses zu tun, und halten doch fälschlich die Angst für etwas Sinnloses.
    Andre Brie

  18. Die Geradlinigen ecken bei den Schwankenden an.
    Andre Brie

  19. Engelhafte Geduld ist etwas Teuflisches.
    Andre Brie

  20. Eine Idee ist das, was noch nicht genügt.
    Manfred Hinrich

  21. Ohnmacht zwingt zur schärferer Ausübung der Macht.
    Bernd-Lutz Lange

  22. Ein Ochse hält das Joch für ein Stirnband, das ihn schmückt.
    Bernd-Lutz Lange

  23. Manchmal scheinen wir eine Hochgebirgsrepublik - lauter Engpässe.
    Wolfgang Tilgner

  24. Denken macht intelligent, Leben klug.
    Peter Tille
  25. Als unser Staat noch keine Geschichte hatte, forderten wir viel lauter, aus den Fehleren der Geschichte zu lernen.
    Albert Wendt

  26. Manchmal kommt mehr heraus, wenn man sich mit jemanden zusammen - statt auseinandersetzt.
    Andre Brie

  27. Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.
    Arthur Schopenhauer

  28. Wer aber der Weiseste von euch ist, der ist auch nur ein Zwiespalt und Zwitter von Pflanze und von Gespenst. Aber heiße ich euch zu Gespenstern oder Pflanzen werden.
    Friedrich Nietzsche

  29. Das Schicksal war herrisch zu mir, aber herrischer war mein Wille.
    Friedrich Nietzsche

  30. Keine Erfindung ist wohl dem Menschen leichter geworden als die des Himmels.
    Lichtenberg

  31. Ich glaube, der Mensch ist am Ende ein so freies Wesen, daß ihm das Recht, zu sein, was er glaubt zu sein, nicht streitig gemacht werden kann.
    Lichtenberg

  32. Wo Politik ist oder Ökonomie, da ist keine Moral.
    Friedrich Schlegel

  33. Neigungen zu haben und sie zu beherrschen ist rühmlicher - als Neigungen zu meiden.
    Novalis

  34. Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erregt.
    Johann Wolfgang Goethe

  35. De mortus nil nisi bene - Man soll von den Lebenden nur Böses reden.
    Heinrich Heine

  36. Schönheit: das Genie der Materie.
    Friedrich Hebbel

  37. Das Ringen der Menschen nach Erkenntnis, das ist ein Prozeß, dessen Ziel im Unendlichen liegt. Die Philosophie aber ist der Versuch, dieses Ziel auf Anhieb, durch Kurzschluß zu erreichen, der uns ein vollkommenes und unerschütterliches Wissen verbürgt.
    Stanislaw Lem "Die Stimme des Herren"

  38. Der Glaube der meisten Menschen ist Befangenheit ohne Klarheit.
    Heinse

  39. Feinheit des Ausdrucks ist verschieden von der Freiheit der Gesinnung.
    Jean Paul

  40. Je mehr man Menschen kennt, desto weniger schildert man Individuen.
    Jean Paul

  41. Es ist ja das Ziel jeder Tätigkeit des Intellekts, ein ``Wunder'' in etwas zu verwandeln, was man begreifen kann.
    Albert Einstein

  42. Das Hohe der Menschen ist ihr Verstand, aus der Prägung desselben ergibt sich die Vernunft.
    Jürgen Weiprecht

  43. Ich bin überzeugt, man liebt sich nicht bloß in anderen, sondern haßt sich auch in anderen.
    Lichtenberg

  44. Schlankheit gefällt wegen des besseren Anschlusses im Beischlaf und der Mannigfaltigkeit der Bewegung.
    Lichtenberg

  45. Mit Blitzen kann man die Welt erleuchten, aber keinen Ofen heizen.
    Friedrich Hebbel

  46. Genie ist Bewußtheit in der Welt.
    Friedrich Hebbel

  47. Die größte Strafe für ein störendes System ist die Ausschaltung der treibenden Ursache, d.h. die Selbstständigkeit des störenden System wird genommen und das System wird zum Bestandteil des strafenden Systems.
    Jürgen Weiprecht

  48. Die Gretchenebne ist kein Ausgleich zu Faust.
    Jürgen Weiprecht

  49. Alle Dinge nehmen einen Anfang - wenige jedoch ein gutes Ende.
    Buch der Lieder

  50. Feingedrechselte Worte und ein wohlgefälliges Gebaren sind selten Zeichen wahrer Menschlichkeit.
    Konfuzius

  51. Der Meister sagte: "Wo es Bildung gibt, darf es keine Klassen geben."
    Konfuzius

  52. Selten nur sterben ausgezeichnete Menschen nicht mit dem was sie auszeichnet.
    MoDse

  53. Jede wissenschaftliche Idee, jede Entdeckung der inneren Ratio der Welt kann in ihr zu einem Werkzeug irrationaler Kräfte werden.
    Kuznecov "Einstein - Leben, Sterben, Unsterblichkeit"

  54. Der wahre Wert eines Menschen ist in erster Linie dadurch bestimmt, in welchen Grad und im welchen Sinn er zur Befreiung vom Ich gelangen kann.
    Albert Einstein

  55. Konfuzius sprach: "Man kann dem Volk wohl Gehorsam befehlen, aber kein Wissen."
    Konfuzius

  56. Von den Menschen verkannt zu werden, ohne Verbitterung zu spüren - ist das nicht auch eine Eigenschaft des Edlen?
    Konfuzius

  57. Es betrübt mich nicht, wenn mich die Menschen nicht kennen, aber es betrübt mich, wenn ich die Menschen nicht kenne.
    Konfuzius

  58. Sei dir bewußt, was du weißt. Was du hingegen nicht weißt, das gib zu. Das ist das ist das richtige Verhältnis zum Wissen.
    Konfuzius

  59. Von allem, was ausgerechnet wird in der Welt, geschehen zwei Drittel gedankenlos.
    Lichtenberg

  60. Verschiedene Menschen können mit Hilfe der Sprache ihre Erlebnisse bis zu einem gewissen Grade miteinander vergleichen. Dabei zeigt sich, daß gewisse sinnliche Erlebnisse verschiedener Menschen einander entsprechen, während bei anderen ein solches Entsprechen nicht festgestellt werden kann.
    Albert Einstein

  61. Es ist deshalb nach meiner Überzeugung einer der verderblichsten Taten der Philosophen, daß sie gewisse begriffliche Grundlagen der Naturwissenschaften aus dem der Kontrolle zugänglichen Gebiete des Empirischen - Zweckmäßigen in die unangreifbare Höhe des Denknotwendigen (a priorischen) versetzt haben.
    Albert Einstein

  62. Um zu Sehen reicht ein Blick, zum Erkennen gehört ein Zweiter.
    Jürgen Weiprecht

  63. Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand, jeder glaubt er hat genug davon.
    Rene Descartes

  64. Credite, Pisones, melius nil caelibe vita.
    Glaubt, Pisonen, nichts ist besser, als unverheiratet zu leben.
    nach Horaz

  65. Vielleicht habe ich eine unglückliche Anlage, so daß ich regelmäßig verabscheue, was ich habe, eben weil ich es habe.
    Richard C. Jeffrey

  66. Les armes du Fanatisme peuvent détruire ceux qui soutiennent ces vérités; mais elles, détruiront jamais ces vérités mêmes.
    Die Waffen des Fanatismus können diejenigen vernichten, die diese Wahrheit verteidigen; aber sie werden niemals die Wahrheiten selbst vernichten.
    Julien Offray de la Mettrie

  67. Die Welt zu begreifen, heißt sie zu verändern, auch auf die Gefahr hin, daß diese Veränderung progressiver ausfällt, als das, was als progressiv gilt.
    Jürgen Weiprecht

Oktober 1984 bis April 1986

  1. Die Wahrheit, falsch angeboten, erschreckt, macht skeptisch. Das Subjektive verlangt auch nach Subjektivem, es darf vom Objektiven, so es wahr ist, nicht lieblos überschüttet werden.
    Heiduczek "Abschied von den Engeln"

  2. In der Welt geschieht nichts, worin man nicht den Sinn eines bestimmten Maximums oder Minimums erkennen könnte.
    Euler

  3. Verschiedene haben verschiedene Meinungen, aber kaum einer kennt die Wahrheit.
    Hesiod

  4. Die Orientierung in einer Stadt und die in einem beliebigen Wissenschaftsgebiet stimmen darüber überein, daß man von jedem gegebenen Punkt aus jeden anderen zu erreichen vermag.
    nach G. Polya, G. Szegö

  5. Heute wird es Zeit für all das, was gestern noch Unsinn war.
    E. Verharren

  6. Die physikalischen Modelle unterscheiden sich von der Realität wie die geographischen Karten von der Erdoberfläche.
    L. Brillouin

  7. Nichts ist gefährlicher für die neue Wahrheit als der alte Irrtum.
    Johann Wolfgang Goethe

  8. Praktisch entstehen alle allgemeinen Theorien aus der Betrachtung von Spezialproblemen. Sie haben keinen Sinn, wenn sie nicht der Erklärung spezieller Probleme und der Induktion in ihrem Rahmen dienen.
    R. Courant

  9. Unumstößlich ist für uns nur, was nicht interessiert.
    H. Laub

  10. Nicht die Last, sondern die Überlastung bringt Lebewesen um.
    M. Cervantes

  11. Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, daß man keine Gelegenheit versäumen sollte, dieses Fachgebiet unterhaltsamer zu gestalten.
    Blaise Pascal

  12. Die Mathematik ist das, womit die Menschen die Natur und sich selbst steuern.
    Andrej Kolmogorow

  13. Wird das Nachdenken über irgend ein Problem auf die lange Bank geschoben, dann bleibt erfahrungsgemäß keine Zeit, das Problem überhaupt gründlich zu durchdenken.
    nach C. West Churmann

  14. Logik besteht im Grunde in einer mehrmaligen Überprüfung der eigenen Argumentation.
    nach C. West Churmann

  15. Auf einer hohen Stufe gesellschaftlich erworbenen und vermittelten Wissenbesitzes wird es der menschlichen Erkenntnistätigkeit möglich, hinter die Gesetze ihres eigenen Ursprungs, ihrer Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit zu kommen.
    Friedhart Klix

  16. Eine Erscheinung zu mißachten oder sich mit einem Lächeln von ihr abwenden, bedeutet den Bankrott der Wahrheit zu unterstützen.
    Victor Hugo

  17. Repetito mater studiorum est.
    Wiederholung ist die Mutter des Lernens.
    lat. Sprichwort

  18. Ohne Grund geschieht auf der Welt überhaupt nichts.
    Leukipp

  19. Die Wunden der Sieger heilen schneller als die der Besiegten.
    Larrey, Arzt Napoleons

  20. Die Unwissenheit ist der Wahrheit näher als das Vorurteil.
    Lenin

  21. Mutig ist, der weiß, daß vor ihm eine Gefahr liegt, sich aber dennoch mit ihr auseinandersetzt.
    Xenophon

  22. Die ganze unendliche Verschiedenheit der äußeren Offenbarung der Gehirntätigkeit läuft letzten Endes nur auf eine einzige Erscheinung hinaus, auf die Muskelbewegung.
    Iwan Michailowitsch Setschenow

  23. Beschreibt man die Bedeutung der Worte so genau wie möglich, und man wird die Menschheit von der Hälfte ihrer Irrtümer befreien.
    Rene Decartes

  24. Die Intelligenz nimmt in dem Maße zu, wie der Mensch die Welt erkennt.
    Empedokles

  25. "De omnibus debit andum" - Unterwirf alles dem Zweifel

    "Nihil humani ame alienum puto" - Nichts Menschliches ist mir fremd.
    Terenz

  26. Trunkenheit ist freiwilliger Irrsinn.
    Seneca

  27. Die Steine sind stumm, wenn der Mensch sie nicht zum Sprechen zwingt.
    Maxim Gorki

  28. Während der Mensch von der Natur abhängt, hängt sie wiederum von ihm ab. Sie hat ihn gestaltet, und er gestaltet sie um.
    Anatole France

  29. Vergangenheit hängt nicht mehr von uns ab, doch die Zukunft bestimmen wir.
    Tschaadjew

  30. Es ist viel schwerer gegen die düsteren Mächte im Menschen zu kämpfen, als eine interplanetare Reise zu planen.
    Stanislaw Lem

  31. Denn früh belehrt ihn die Erfahrung: Sobald er schrie, bekam er Nahrung.
    Wilhelm Busch

  32. Die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht. Tief ist ihr Weh -, Lust - tiefer noch als Herzeleid.
    Friedrich Nietzsche

  33. Das Privileg der Götter, wie der Menschen, ist das Lachen.
    Demokrites

  34. Es ist besser, keine Löwen in der Gemeinde zu haben, denn wenn du dir einen heranziehst, mußt du ihm zu Willen sein.
    Aristophanes

  35. Ohne Ansichten und Absichten kann man keine Abbilung machen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie soll man das wissen, was Wissenswert ist.
    Bertold Brecht

  36. Eine Erkenntnis in der Welt ist nicht der Stein der Weisen, sondern ein neuer Anfang.
    Jürgen Weiprecht

  37. Arbeiten mit Modellen ist wie Spielen mit Erkenntnissen.
    Jürgen Weiprecht

  38. Das Wissen um das morgige Dasein ersetzt nicht das Wissen um das Sein.
    Jürgen Weiprecht

  39. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile; aber es repräsentiert sich über seine Einzelheiten.
    Manfred Peschel

  40. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
    Man müht sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
    Bibel (Prediger Salomo 3,9)

  41. Jede Leidenschaft, die Raum zum Genießen und Nachdenken läßt, ist keine starke Leidenschaft.
    H. Montainge

  42. Die selben Kräfte, die sich heute als Widerstand dem Bewußtmachen des Vergessens widersetzten, mußten seinerzeit dieses Vergessen bewirkt und die betreffenden Pathogenen aus dem Bewußtsein verdrängt haben.
    Sigmund Freud

  43. Das Zusammenleben der Menschen ist also begründet durch den Zwang zur Arbeit, den die äußere Not schuf, und durch die Macht der Liebe , Eros und Andanke sind auch die Eltern der menschlichen Kultur geworden.
    Sigmund Freud

  44. Man will Wahrheit, man will Wirklichkeit und verliebt sich durch Poesie.
    Johann Wolfgang Goethe

  45. Leidenschaftliche ideologische Begeisterung ist nicht charakteristisch für eine ausgereifte Gesellschaft, sondern nur für eine unstabile und politisch primitive.
    W. Fulbright

  46. Der wirkliche Gedanke erzeugt zunächst naturgemäß den Widerstand der Wirklichkeit, da er ja diese nicht bestätigen, sondern verändern will.
    H. Kasper

  47. Jederman klagt über sein Gedächtnis, aber niemand klagt über seinen gesunden Menschenverstand.
    Fracois La Rochefoucault

  48. "Ich habe es getan" sagte mir mein Gedächtnis, "Nein, das konnte ich gar nicht tun" sagte mir mein Stolz und war unbeugsam, und das Gedächtnis mußte sich dem Stolz beugen.
    Friedrich Nietzsche

  49. Man hält die Erzeugung von Information für ein Zeichen von Intelligenz, während in Wirklichkeit das Gegenteil richtig ist: Die Reduktion, die Auswahl der Information ist die viel höhere Leistung.
    H. Zemanek

  50. Mit dem Wort "Zufall" gibt der Mensch nur seiner Unwissenheit Ausdruck.
    Laplace

  51. Was die Rechenmaschine leistet, reicht an das Denken des Menschen näher heran als alles, was die Tiere vermögen, aber sie leistet nichts, was uns zu sagen veranlassen könnte, sie besäße einen freien Willen.
    Blaise Pascal

  52. Wahrheit ist es, vor der die Meinung erbleicht.
    F. Hegel

  53. Die Individualität eines Gedächtnisbesitzes ist daher auch mit der Individualität der Bedeutung aufs Engste verknüpft.
    F. Klix

  54. Siehe, die Philosophie, wodurch die deinige widerlegt und verdrängt wird, wird nicht lange ausbleiben, sowenig als sie bei jeder anderen ausgeblieben ist.
    Hegel nach dem Apostel Paulus

  55. Alle Gut verfolgten Dinge hatten bisher Erfolg.
    Friedrich Nietzsche

  56. Von denen, welche mystisch philosophieren, ist es nicht der Mühe wert, ernstlich zu handeln.
    Aristoteles

  57. Ohne Musik wäre das ganze Leben nur ein Irrtum.
    Friedrich Nietzsche

  58. Im Grunde ist die Erfahrung in erster Linie dem ästhetischen Bereiche zugeordnet; sie ist eine Angelegenheit der Empfindungen und nicht der Logik.
    Taube

  59. Sich in der Philosophie um die Aufklärung des Undurchsichtigen zu bemühen, ist nicht besonders verlockend; denn als Strafe für Mißerfolg droht bloß Konfusion, als Lohn des Erfolgs winkt bloß Banalität. Jede Lösung, ist sie erst mal gefunden, ist bald langweilig; und es bleibt nur die Bemühung, das ebenso langweilig zu machen, was noch dunkel genug ist, um uns zu fesseln.
    N. Goodman

  60. Die Gesetze gleichen den Spinnweben, kleine werden gefangen, Große zerreißen sie.
    Solon

  61. Verbürge dich, so steht dir Schaden bevor.
    Chilon

  62. ..., daß niemand vor seinem Tode glücklich zu preisen ist.
    Solon

  63. Nicht die vielen Worte beweisen eine verständige Meinung.
    Diogenes Caertius

  64. Wenn wir auch nicht sicher wissen, wie eine Handlung ausgeht, so müssen wir doch handeln, denn sonst kommt es zu keiner Veränderung. Ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel ist besser, als nichts zu tun.
    Clausewitz

  65. Wenn man sich darüber hinaus überlegt, daß man die Geschichte der Menschheit als Geschichte von materiellen und informationellen Speichern umschreiben könnte, dann muß man sich tatsächlich die Frage stellen, wer eigentlich bei disjunkter Auffassung der Definition kein Kybernetiker wäre.
    H. Zemanek

  66. Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.
    Friedrich Nietzsche

  67. Jede Handlung setzt ein Motiv voraus, aus dem sie mit Notwendigkeit erfolgt.
    Arthur Schopenhauer

  68. Der innerste Kern jeder echten und wirklichen Erkenntnis ist eine Anschauung; auch ist jede neue Wahrheit die Ausbeute aus einer solchen. Alles Denken geschieht in Bildern; darum ist die Phantasie ein so notwendiges Werkzeug desselben und werden Phantasielose nie etwas Großes leisten - es sei denn in der Mathematik.
    Arthur Schopenhauer

  69. Träumen, bevor man im Grau des Alltags den Blick für das Ganze verliert.
    Jürgen Weiprecht

  70. Der Intellekt ist also gewissermaßen nur der Ministerrat des Willens, der seinerseits den Souverän darstellt.
    Arthur Schopenhauer

  71. Was ewig ist, ist kreisförmig, und was kreisförmig ist, ist ewig.
    Aristoteles

  72. Je logischer eine Überlegung, desto weiter ist sie von der Wahrheit entfernt.
    Sergej Snegow "Menschen wie Götter"

  73. Es gibt zwei Dinge im Leben: Freiheit des Denkens und Freiheit des Handelns. In Frankreich gibt es Handlungsfreiheit: man kann machen was man will, aber man muß denken wie alle anderen. In Deutschland muß man machen, was jeder andere macht, aber man kann denken, was einem beliebt.
    Somerset Maugham "Des Menschen Hörigkeit"

  74. Es gibt viel Kot in der Welt, darum aber ist die Welt nicht selbst ein kotiges Ungeheuer.
    Friedrich Nietzsche

  75. Ich will nicht mich, ich will mein Werk.
    Friedrich Nietzsche

  76. Wer kundig ist des Unheils, weiß, daß Menschen, wenn sie der Schwall der Leiden überflutet, in jedem Ding gar leicht ein Schrecknis wittern. Doch fließt das Schicksal sanft, so meinen sie, es wehe derselbe Geist des Glücks.
    Aichylos

  77. Die Würfel Gottes fallen immer richtig.
    Sophokles

  78. Alle Träume haben einen Grund, und laßt uns bei den unsterblichen Göttern, daß wir diesen nicht durch unseren Aberglauben und unsere Verkehrtheit vergrößern!
    Cicero

  79. Das Leben hat keinen Sinn. Auf der Erde, die als Trabant eines Sterns durch den Raum schoß, hatten sich unter dem Einfluß der Verhältnisse, die ein Teil der Geschichte dieses Planeten waren, Lebewesen entwickelt, und so wie hier der Anfang des Lebens sich vollzog, so würde einmal unter veränderter Bedingung das Ende eintreten. Der Mensch, der nicht bedeutsamer ist als andere Form des Lebens, trat nicht als Höhepunkt der Schöpfung auf, sondern als physische Reaktion auf seine Umgebung.
    W. Somerset Maugham "Des Menschen Hörigkeit"

  80. Der Intellekt ist eben tatsächlich nur ein Diener des Willens. Nur als Medium der Motive wurde er ursprünglich vom Willen selbst hervorgebracht.
    Arthur Schopenhauer

  81. Der Begriff ist ein Gedankenprodukt, die Idee aber ist eine Anschauung.
    Arthur Schopenhauer

  82. Wer die menschliche Schönheit erblickt, den kann nichts Übles anwehen: er fühlt sich mit sich selbst und der Welt in Übereinstimmung.
    Johann Wolfgang Goethe

  83. Ein jeder hat ein Recht sich vom Anderen zu erholen, um seine Gedanken und Ideen zu fassen.
    Jürgen Weiprecht

  84. Des Menschen Seele gleicht dem Wasser; vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es, und wieder nieder zur Erde muß es, ewig wechselnd.
    Johann Wolfgang Goethe

  85. Ich tue meine Pflicht, alles übrige kümmert mich nicht; denn dies ist entweder unbeseelt oder vernuftlos oder verwirrt und des Weges nicht kundig.
    Mark Aurel

  86. Ausgehend davon, daß sich kein Volk sich selbst zum Abgott machen darf, als ob sein Wirken und nicht der Wille Gottes die Quelle aller Sittlichkeit und allen Rechtes sei.
    Bischof Graf von Preysing nach einem Hirtenbrief

  87. Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.
    Arthur Schopenhauer

  88. Wer ein gutes Gewissen hat, der braucht sich um den Verlust der Wertschätzung der Anderen nicht zu kümmern.
    Arthur Schopenhauer

  89. Wer wird nicht traurig, wenn der Erfog einer Arbeit, die er mit Eifer betrieb, ins Nichts welken sieht.
    Erwin Strittmatter "Der Wundertäter"

  90. Worte sind noch keine Taten...
    Fjodor Dostojewski

  91. Für jeden Menschen kommt einmal der Augenblick, wo er sein Leben ändern muß, sich aufs Wesentliche konzentrieren.
    Grigori Baklanow

  92. Dringe in das Innere der Menschenseele ein, und du wirst sehen, vor was für Richtern du dich fürchten und was für Richter sie selbst über sich selbst sind.
    Mark Aurel

  93. Mein Denken, das bin ich: deshalb kann ich nicht aufhören. Ich existiere, weil ich denke ... und ich kann mich nicht daran hindern, zu denken.
    Jean-Paul Satre "Der Ekel"

  94. Ernte das Leben wie eine fruchtreife Ähre.
    Euripides

  95. Nicht das Kleid macht den Mann<
    Sokrates

  96. Es kommt die Zeit, wo die Leute ihr Eigentum vermehren wollen, d.h. ihre Reproduktionsmittel kommen auf eine höhere Ebene. Dann wird es schwerfallen, sie für irgendwelche Ideen zu begeistern. Also muß die Idee dem Streben der Menschen angeglichen werden, und nicht die Idee muß den Menschen formen.
    Jürgen Weiprecht

  97. Unsere Erde ist nur ein kleines Stück dieses Weltalls, aber ihre Gesetze sind die des ganzen Weltgebäudes.
    Fersman

  98. Nichtsein ist das Auflösen jeglicher psychischer und physischer Existenz.
    Jürgen Weiprecht

  99. Der Mensch als gesellschaftliches Wesen: Muß er nicht zum Ungeheuer werden!
    Jürgen Weiprecht

  100. Es ist die Gewalt des Denkens, dich ins Nichtsein zu versetzen. Die Gewalt des Denkens, die Macht die selten eine ist, aber zur Diktatur wird.
    Jürgen Weiprecht

  101. Es kommmt bei mir nicht darauf an, was ich mache oder tue, sondern was ich denke.
    Jürgen Weiprecht

  102. Uns ist kein Sein vergönnt, wir sind nur Strom,
    wir fließen willig alle Formen ein: Dem Tag, der Nacht, der Höhle und dem Dom
    wir gehen hindurch, uns treibt der Durst nach Sein.
    Einmal zu Stein erstarren! Einmal dauern!
    Danach ist unsere Sehnsucht ewig rege,
    Und bleibt doch ewig nur ein banges Schauern,
    Und wird doch nie Rast auf unserem Wege.
    Hermann Hesse

  103. Dem Verhältnis, der Ähnlichkeit, der Einheit, der Identität mit dem Unendlichen nähert man sicht nicht mehr, wenn man Mensch, als wenn man Ameise ist, ein Gestirn nicht mehr als ein Mensch; denn jenem Sein rückt man nicht näher, wenn man Sonne und Mond, als wenn man Mensch oder Ameise ist; und daher sind im Unendlichen diese Dinge ununterschieden.
    Giordano Bruno "Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen"

  104. Sind wir wirklich frei? Nein! Uns hindert der Alltag; Suchen im Sein ist wie eine Maske des Nichtseins.
    Erdrückt von der Gestalt des Domes, bist es doch du selbst.
    Jürgen Weiprecht

  105. Einen Einblick in die Zukunft zu tun, ist die Neigung des Menschen, die auch die höchste Bildung nie unterdrücken kann, wie viel berechtigte Kritik sich auch gegen Weissagungen und ihre Methoden wendet.
    Martin P.Nilsson

  106. Es gibt überhaupt kein Rätsel. Darüber, was möglich ist, entscheidet die Mächtigkeit der Menge der Ergebnisse. Je höher die Möglichkeit der Menge ist, desto mehr unwahrscheinliche Gesetze können darin vorkommen.
    Stanislaw Lem "Der Schnupfen"

  107. Je rationaler ein Verstand ist, desto aufgeschlossener ist er dem Irrationalen.
    Jürgen Weiprecht

  108. Es ist mir aufgefallen, daß alle diese verschiedenen Sozialisten und Kommunisten gleichzeitig auf ihr eignes materielle Wohl bedacht sind und unglaublich geizig sind, und zwar in einer Weise, daß, je mehr einer Sozialist ist, je weiter er darin geht, er auch also um so besitzlüsterner ist...
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  109. Völlig frei wird der Mensch nur dann, wenn es ihm einerlei sein wird, ob er lebt oder nicht. Das ist das Ziel aller Bestrebungen.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  110. Jeder, der nach Hauptfreiheit strebt, muß es wagen können, sich zu töten. Wer es wagt Hand an sich zu legen, der hat das Geheimnis der Lüge erkannt. Es gibt keine höhere Freiheit; das ist alles; darüber hinaus gibt es nichts weiter. Wer es gewagt hat, sich zu töten, ist ein Gott. Jetzt kann ein jeder bewirken, daß es keinen Gott geben wird und nichts. Indessen hat es noch nie jemand getan.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  111. Wer nur um die Furcht zu töten Selbstmord begeht, wird sofort ein Gott.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  112. Was nun einmal geschehen, läßt Ungeschehen niemals sich machen. Aber für das, was kommt, sorge mit wachsamen Sinn.
    Theogenis aus Werner Gilde "Plaudereien eines Leibwächters"

  113. Wer das Christentum völlig verlernt hat, der lernt es wieder bei der Musik von Bach.
    Friedrich Nietzsche

  114. Wer hat keine persönlichen Feinde, um derentwillen er schädliche Leidenschaften bezwungen hat, um bei bester Gesundheit den rechten Augenblick abzuwarten?
    Stanislaw Lem "Lokaltermin"

  115. In jeder Gesellschaft gibt es einen Menschenschlag, dessen Angehörigen die jeweilige Gesellschaft optimal zu passe kommt.
    Stanislaw Lem "Lokaltermin"

  116. Die Welt kommt einem Individuum um so mehr entgegen, je größere Entfaltungsmöglichkeiten sie seinen spezifischen geistigen Anlagen bietet, aber es gibt keine universelle Wohlgesonnenheit der Welt, die mit gleicher Intensität jede Art der menschlichen Natur zufriedenstellen würde.
    Stanislaw Lem "Lokaltermin"

  117. Noch nie hat es ein Volk ohne Religion gegeben, das heißt ohne den Begriff des Guten und des Bösen. Ein jedes Volk hat seine Vorstellungen vom Guten und Bösen und sein eigenes Gut und Böse. Wenn die Begriffe des Guten und Bösen bei mehreren Völkern gemeinsam zu werden beginnen, dann fangen diese Völker an auszusterben, und selbst der Unterschied zwischen dem Gut und Böse fängt an zu schwinden. Noch nie ist die Vernunft instande gewesen, das Gut und das Böse zu definieren oder selbst das Gute vom Bösen zu trennen, wenn auch nur annähernd.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  118. Es scheint wohl wahr zu sein, daß die zweite Hälfte des menschlichen Lebens sich gewöhnlich nur aus Gewohnheiten zusammensetzt, die man in der ersten Hälfte erworben hat.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  119. Man muß wirklich ein großer Mensch sein, um sich dem gesunden Menschenverstand gegenüber durchsetzen zu können.
    Fjodor Dostojewski "Die Dämonen"

  120. Der Wohlstand ist ja nicht das, was man bereits hat, er ist zumindest nicht nur das, sondern eine Fata Morgana, ein in die Zukunft verlegtes Ziel. Armut ist schrecklich und deprimierend, spornt aber wenigstens zu der Anstrengung an, aus diesem Zustand herauszukommen.
    Stanislaw Lem "Lokaltermin"

  121. Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.
    L. Wittgenstein

  122. Jegliches glänzte eine Spur heller als seine Daseinsgefährten, und doch brillierte nichts und niemand weniger als jedes beliebige Andere.
    Gabor Devecseri "Die nackte Göttin und der blinde Wahrsager"

  123. Denn nur im Irrtum, nur durch den Irrtum, in den er unentrinnbar hineingehalten ist, wird der Mensch zum Suchenden, der er ist, der suchende Mensch; denn der Mensch braucht die Erkenntnis der Vergeblichhkeit, er muß ihren Schrecken, den Schrecken jeden Irrtums auf sich nehmen und, ihn erkennend, bis zur Neige auskosten, er muß des Schreckens inne werden, nicht aus Selbstqual, wohl aber weil nur in solch erkennenden Innewerden der Schrecken zu überwinden ist, weil nur dann es möglich wird, durch des Schreckens höhere Pforte hindurch ins Sein zu gelangen.
    Hermann Broch "Der Tod des Vergil"

  124. Und dieses wissensfeindliche Nichtwissen, mit dem die Schönheit sich zum Schutz ihrer Zartheit und Zerbrechlichkeit einhüllt, ja einhüllen muß, weil die von ihr gestiftete Welteinheit flüchtiger, widerstandloser, anfechtbar ist als die der Erkenntnis, außerdem aber, im Gegensatz zu jener, jederzeit vom Wissen beschädigt werden kann,  ..., deren flüsternde Gewalt das Sichtbare und das Unsichtbare ineinander vertauscht, die Dingvielfalt in die Einheit des Selbst, die Denkvielfalt in die Einheit der Welt bindet, beides aber zur Schönheit entwirklicht.
    Hermann Broch "Der Tod des Vergil"

  125. Wissenslosigkeit ist das Wissen der Schönheit, Erkenntnislosigkeit ist ihr Erkennen, jenes ohne Vorsprung von Denken, dieses ohne Überschuß von Wirklichkeit und in der Erstarrung ihres Geichgewichts, erstarrt daß flutende Gleichgewicht zwischen Denken und Wirklichkeit.
    Hermann Broch "Der Tod des Vergil"

  126. Auf der Kruste dieses herrlichen Planeten gibt es nichts Vollkommeneres als den Menschen. Keine Kreatur gleicht ihm.
    Herbert Ziergiebel "Die andere Welt"

  127. Wie dem auch sei, aus den Irrtümern erwuchsen dem Menschen der kritische Verstand und damit die zweite Eigenart. Sie haben die Allmacht des Aberglaubens gebrochen und der Wissenschaft den Weg geebnet.
    Herbert Ziergiebel "Die andere Welt"

  128. Um in der sich ständig verändernden Welt leben zu können, müssen wir unser Verhalten selbst ändern, und zwar so, daß den ringsherum Veränderungen vorgegriffen wird. In dieser Lage wird das Niveau, das aktuellen Bedingungen vorgreift, zum optimalen Niveau der Selbstregulierung.
    Kazimierez Obuchowski "Orientierung und Emotion"

  129. Dennoch ist der niedrigste Punkt der Korrektheit niemals der niedrigste Punkt der Abstraktheit.
    Kazimierez Obuchowski "Orientierung und Emotion"

  130. Die, die Gutes tun, tun es im Großen, und wenn sie Genugtung empfunden haben, haben sie genug und wollen sich nicht auch mit den Folgen plagen. Wer aber seine Lust am Bösen hat, der wendet mehr Fleiß darauf, bleibt bis zum Ende dran und gönnt sich keine Ruhe, weil eben dieser Krebs an ihm nagt.
    Alessandro Mazoni "Die Verlobten"

  131. Ich bin sonst von friedlicher Veranlagung, und Sie wissen, daß Menschen von solchem Charakter keine Vernuft mehr kennen, wenn sie einmal gereizt sind.
    Jan Potocki "Die Geschichte des Komturs von Toralva"

  132. Um wahren Frieden zu erhalten, muß die Gewalt aus den Köpfen verbannt werden und nicht der Friede mit Gewalt erzwungen werden.
    Jürgen Weiprecht

  133. Die Liebe ist ein Spielzeug für Augenblicke, das Aufbrausen des jungen Blutes; das Herz ist das Beben nicht gestählter Nerven.
    Józef Dzierzkowski "Der Magnetiseur"

  134. Die Beschreibung des Krieges durch einen mittelalterlichen Landsknecht ist die Beschreibung der Vernichtung durch ein Kind.
    Jürgen Weiprecht

  135. Wer etwas um irgendeines Zweckes willen tut, will nicht das, was er tut, sondern das, um dessentwillen er es tut.
    Sokrates in Platons "Gorgias"

  136. Wo aber die Fähigkeit zur Gemeinschaft im Menschen fehlt, da fehlt auch die Freundschaft.
    Sokrates in Platons "Gorgias"

  137. ..., und daß der Mensch vor allem mehr sich darum kümmern muß, gut zu sein, nicht zu scheinen, im häuslichen und staatlichen Leben.
    Sokrates in Platons "Gorgias"

  138. Gerechtigkeit und andere Tugend zu üben und damit zu Leben und zu Sterben.
    Sokrates in Platons "Gorgias"

  139. Mensch, was bist du ohne Lieb und ohne Wein, doch bloß ein Stein.
    Lessing

  140. Als wohnen indem, der etwas nicht weiß, doch richtige Anschauungen von dem, was er nicht weiß.
    Sokrates in Platons "Menon"

  141. Richtige Meinung ist also keine schlechtere Führerin zur richtigen Ausführung einer Handlung als die Erkenntnis.
    Sokrates in Platons "Menon"

  142. Unsere Phantasie neigt recht gern zur Übertreibung, und dann sind wir durch die Wirklichkeit zu enttäuschen und lasten es anderen an, uns um unsere Erwartungen betrogen zu haben.
    Jósef Bohdan Dziekónski "Der Höhlengeist"

  143. Wort! Du bist ein Talisman in den Händen eines Ungläubigen, der deine gewaltige Kraft nicht kennt. In deinem Schoß ruhen drohendes Unheil, aber auch himmlische Wonne, die Menge versteht dich nicht, und auch die Weisen suchen dich seit Jahrhunderten vergeblich zu ergründen, denn nur wer deine Allmacht begreift, wird in Worten schaffen und vergehen lassen.
    Jósef Bohdan Dziekónski "Der Höhlengeist"

  144. Da half auch nicht die Erinnerung an die kluge Erkenntnis eines weisen Mannes aus England, nach der es zwischen Himmel und Erde Dinge gibt, von denen sich nicht einmal die Philosophen träumen lassen.
    Sygurd Winiowski "Der Unsichtbare"

  145. Um mich nur vor dem Vorwurf zu sichern, den man wegen der Bissigkeit meiner Satire erheben könnte, so bemerke ich, daß es von jeher ein Vorrecht des Spottes war, sich über die Menschen im allgemeinen straflos lustig zu machen, vorausgesetzt, daß diese Freiheit nicht ausartet.
    Erasmus von Rotterdam

  146. Die Menschen sind gefühlvoll gegenüber Einzelnen, aber kalt gegenüber der Masse, ansonsten könnte man nicht aus der sogenannnten Vertretung der Masse seinen eignen Vorteil für sich und seine Nächsten ziehen.
    Jürgen Weiprecht

  147. Das Schöne ist meist nur ein Traum. Aber ein Traum wirkt im Verstand und dieser wirkt nach außen.
    Jürgen Weiprecht

  148. Der Glaube an ein Ideal ist doch nur ein Traum; der sich auf den vielen Wegen des Lebens nur selten in die Realitäten umsetzen läßt.
    Jürgen Weiprecht

  149. Tod und Mond und Glas

    Hat mich nicht der Tod dreimal angerührt?
    Mit dem Finger, mit dem Mund, mit der Stirn?
    Sah der Mond nicht zu diesem stummen Spiel?
    Seine Strahlen glitten scheu um mich her.
    Ein vereistes Glas trug mein Spiegelbild, Hauch des Mondes, Blick des Todes wehten`s weg.
    Hart war diese Nacht, Tod und Mond und Glas brachen klirrend. Irre lacht blaß der Tag.
    Max Roden

  150. Das Leben gleicht einem Dome aus vielfarbigen Glase. Es färbt die klaren, weißen Strahlen der Ewigkeit.
    Percy Byshe Shelly

  151. Das ewig unfaßbare Faktum über die Welt ist ihre Faßbarkeit.
    Albert Einstein

  152. Die Zeit kümmert sich mehr um die Flinten- und Kanonenkugeln als um die Mondkugel.
    Ludwig Kepler

  153. Das Bewußtwerden erfordert das Einwirken realer Objekte auf die Sinnesorgane, und ist zugleich eine innere Repräsentation der Wirklichkeit.
    Alfred Arnhold

  154. Wer sich gering geschätzt fühlt, tut gut daran, geringschätzig in die Welt zu sehen.
    Aldous Huxley "Schöne neue Welt"

  155. Bei einem Menschen meiner Art liegt der Wendepunkt der Entwicklung darin, daß das Hauptinteresse sich allmählich weitgehend loslöst vom Momentanen und nur Persönlichen und sich dem Streben nach gedanklicher Erfassung der Dinge zuwendet.
    Albert Einstein

  156. Mir genügt das Mysterium der Ewigkeit und das Bewußtsein und die Ahnung von dem Wunderbaren des Seienden sowie das ergebene Streben nach dem Begreifen eines noch so winzigen Teils der in der Natur sich manifestierenden Vernunft.
    Albert Einstein

  157. Jenes verborgene und herrische Etwas, für das wir lange keinen Namen haben, bis es sich endlich als unsere Aufgabe erweist - dieser Tyrann in uns nimmt eine schreckliche Wiedervergeltung für jeden Versuch, den wir machen, ihm auszuweichen oder zu entschlüpfen, für jede vorzeitige Bescheidung, für jede Gleichsetzung mit solchen, zu denen wir nicht gehören, für jede noch so achtbare Tätigkeit, falls sie von uns von unserer Hauptsache ablenkt - ja für jede Tugend selbst, welche uns gegen die Härte der eigensten Verantwortlichkeit schützen möchte. Krankheit ist jedesmal die Antwort, wenn wir an unserem Recht auf unsere Aufgabe zweifeln, zugleich: Unsere Erleichterungen sind es, die wir am härtesten büßen müssen! Und wollen wir hinterdrein zur Gesundheit zurück, so bleibt uns keine Wahl: Wir müssen uns schwerer belasten, als wir je vorher belastet waren...
    Friedrich Nietzsche

  158. Einsamer Falke

    Gebirge; Du drehst still Deine Runden,
    Das Auge bietet die Wahrheit, und doch
    möchtest Du dich auf ein zuckendes Etwas stürzen;
    Denn nur Du bist frei:
    Nicht Schlagen im Fluge, sondern geschlagen werden durch Fliegen,
    und doch bist Du mächtig.
    Nur Dir gehört die Wahrheit und wärst Du nicht lieber ein Spatz.
    Falke, entsinne Dich ein Falke zu sein;
    Denn hier gibt es nur diesen Falken.
    Jürgen Weiprecht, 15.03.1986

  159. ..., ich kann noch immer nicht nach dem delphischen Spruch mich selbst zu erkennen. Lächerlich also kommt es mir vor, solange ich hierin noch unwissend bin, an andere Dinge zu denken.
    Sokrates in Platons "Phaidros"

  160. Neuer Frühling

    Weil ich dich liebe, muß ich fliehend
    Dein Antlitz meiden - zürne nicht. Wie paßt dein Antlitz, schön und blühend,
    Zu meinem traurigen Gesicht!
    Weil ich dich liebe, wird so bläßlich, So elend mager mein Gesicht -
    Du fändest mich am Ende häßlich -
    Ich will dich meiden - zürne nicht.
    Heinrich Heine

  161. Das Wort ist die schlichte Gewalt des Gedankens, das all seine Berechtigung, all seine Eleganz aus seiner vollkommenen Übereinstimmung mit der wiederzugebenden Idee bezieht.
    Dominique Fernandez "In der Hand eines Engels"

  162. Je zärtlicher das Herz gewesen ist, um so mehr verhärtet es sich.
    Dominique Fernandez "In der Hand eines Engels"

  163. Wer die Unfreiheit des Willens fühlt, ist geisteskrank, wer sie leugnet dumm.
    Friedrich Nietzsche

  164. Wir kennen uns noch nicht, wir haben noch nicht gewagt, zusammen zu schweigen.
    Maeterlinck

  165. Jeder Mensch hat eine Menge Schlechtes in sich, das er verarbeiten und loswerden muß, ehe er sich bessern kann - und in der Tat, je dauerhafter schließlich die guten Werke eines Menschen sind, desto sicherer muß er eine Zeit durchleben und vielleicht eine sehr lange, in der nur wenig Hoffnung für ihn zu bestehen scheint.
    Samuel Butler "Der Weg allen Fleisches"

  166. Jede Wandlung ist eine Erschütterung; jede Erschütterung ist ein Tod pro tanto [fürs Ganze]. Was wir Tod nennen, ist nur eine Erschütterung, die so stark ist, daß sie unsere ganze Fähigkeit zerstört, zu der Erkenntnis vorzudringen, wie sehr sich Vergangenheit und Gegenwart einander gleichen. Der Tod läßt uns die Unterschiede zwischen Gegenwart und Vergangenheit größer erscheinen als die Ähnlichkeiten zwischen beiden, so daß wir erstere nicht mehr in zureichenden Maß eine Fortsetzung der letzteren nennen können, sondern es bequemer finden, die Gegenwart als etwas zu betrachten, was wir neu zu nennen vorziehen.
    Samuel Butler "Der Weg allen Fleisches"

  167. Es gibt eine Ehrlichkeit der Wissenschaft, die sich weigert, den Gedanken zu akzeptieren, daß es Seiten der materiellen Welt gäbe, die besser nicht erforscht wurden oder besser nicht bekannt würden, oder deren Kenntnis den gewöhlichen Menschen nicht zugänglich gemacht werden sollte.
    Kinsey

  168. Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß; mit dem Wissen wächst der Zweifel.
    Johann Wofgang Goethe

  169. Wo uns auch immer menschliche Wesen begegnen mögen, stets meinen wir, daß sie sich über andere Leute wundern.
    Mead

  170. Geheimnis wie auch Poesie lassen sich nicht zutraulich machen.
    Maurois

  171. Einsamkeit ist die Strafe des Irrationalismus am Materiellen.
    Jürgen Weiprecht

  172. Die Reise

    Es ist ins Leben gesetzt;
    Die Natur ist grün.
    Ein Haß steigt auf, wider dem Schönen
    Dennoch ist man da; man ist.
    Kilometer, trotzdem auch Sünde
    Es gibt kein Vergessen, es schreit
    Und es wird ein Frieden einziehen.
    Jürgen Weiprecht, 23/24. 04. 1986

Mai 1986 bis September 1990

  1. Die Grenzen künstlicher Intelligenz bestimmt die Erfahrung.
    G. N. Povarov

  2. Die wahre Liebe bedarf weder Sympathie noch Freundschaft, sie lebt vom Wunsch und nährt sich vom Betrug, wirklich liebt man nur das, was man nicht kennt.
    Anatole France

  3. Wenn schon nicht für immer, dann wenigsten für ewig.
    Ulla Meinicke

  4. Ich hörte, daß es in der Welt mehr Zeit als Verstand gibt, aber daß uns die Augen zum Sehen gegeben sind.
    Ingeborg Bachfeld "Was ich Rom sah und hörte"

  5. Es gibt Dinge, die sind unbekannt und es gibt Dinge, die sind bekannt, dazwischen gibt es Türen.
    William Plake

  6. Die Aufgabe des Menschengeistes besteht nicht darin, die Wahrheit zu suchen, sondern ein möglichst treffliches Bild der Wahrheit zu bekommen
    Kant

  7. Wenn man Geschäft, Politik, Geselligkeit, Liebe und so weiter ausgekostet hat - wenn man gefunden hat, daß letztlich nichts davon befriedigt oder von Dauer ist - was bleibt dann noch? Es bleibt die Natur; um aus verborgenen Tiefen die enge Verbindung eines Mannes oder einer Frau mit dem freien Himmel, den Bäumen, Feldern, dem Wechsel der Jahreszeiten, der Sonne bei Tag und den Sternen bei Nacht hervorzubringen.
    Walt Whitman

  8. Quand on a tout perdu et quion a plus d espair la vie est une approbre et la mort un devoir.
    Wenn man alles verloren und keine Hoffung mehr hat, ist das eine Schmach und der Tod eine Pflicht.
    Voltaire

  9. Sein Unglück ward ihm zum Ungemach, sein Überlicht geht eurem Dunkel nach.
    Friedrich Nietzsche

  10. Wir haben eine rationale Welt geschaffen, sind aber selbst irrational geblieben.
    Albert Kloss

  11. Der Mensch vermeidet es gewöhnlich, einem anderen Klugheit zuzuschreiben, wenn es sich nicht etwa um einen Feind handelt.
    Albert Einstein

  12. Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.
    Albert Einstein

  13. Was man in der Natur Geheimnisvolles pies,
    das wagen wir verständig zu probieren,
    und was sie sonst organisch wachsen ließ,
    das lassen wir kristallisieren.
    Johann Wolfgang Goethe "Faust"

  14. Erträglich sind nur die Extreme.
    Graf Robert de Montesquion

  15. Mein Aussehen ist ein Mittel, die Leute zu testen. Wenn sie mich nicht schön finden können, weiß ich, daß sie innerlich tot sind - und gefährlich.
    Olaf Stapeldon "Die Insel der Mutanten"

  16. Abschied nehmen von einem Freund, das ist einer der tausend Tode. Aber wer an seine Arbeit geht, weint nicht, wenn es eine Arbeit ist von der Art, daß Menschen darüber reden.
    Rosemarie Schuder "Paracelsus und der Garten der Lüste"

  17. Der Verstand ist gewissermaßen das Ärmste, das Unterwürfigste, Lakaienhafteste in uns, denn er muß doch schließlich tun, was das viel wichtigere Unterbewußtsein im Rate der unsichtbaren, vielleicht kosmischen Motive beschließt.
    Carl Ludwig Schleich "Vom Schaltwerk der Gedanken"

  18. Auf den feinsten Nervensaiten
    spielt ein Spielmann sein Gedicht,
    Wohl fühlst du die Finger gleiten,
    Doch den Spielmann siehst du nicht.
    Carl Ludwig Schleich "Vom Schaltwerk der Gedanken"

  19. Es liebt das Volk die Kunst wie sein eignes Leben. Ein Volk ist wie die einzelne Persönlichkeit so groß, wie seine künstlerische Sehnsucht.
    Carl Ludwig Schleich "Vom Schaltwerk der Gedanken"

  20. Leben heißt sich wandeln, und auch das Weiterleben unserer niedergeschriebenen Gedanken ist diesem Gesetz unterworfen. Sie werden fortbestehen unter der Bedingung, daß sie mehr und mehr abweichen von denen, die sie einst waren, da sie unserer Seele entsprangen. Was man man in Zukunft an uns bewundern wird, wird uns völlig fremd sein.
    Anatole France "Der Abbé Jérôme Coignard"

  21. Alle Übel der zivilisierten Gesellschaft rühren daher, daß ihre Bürger sich übermäßig achten und die Ehre als etwas Ungeheueres über das Elend des Fleisches und des Geistes erheben...
    Die Menschen werden glücklich sein, wenn sie zu ihren wahren Gefühlen zurückgekehrt, einander gegenseitig verachten, ohne daß irgendwer sich selbst von dieser vortrefflichen Verachtung ausnimmt.
    Anatole France "Die Meinungen des Abbé Jérôme Coignard"

  22. Der Nihilismus (Anschauung, die nichts, also keinerlei menschlichen und gesellschaftlichen Werte und Ziele gelten läßt) als psychologischer Zustand wird eintreten müssen, ..., wenn wir einen ``Sinn'' in allen Geschehen gesucht haben, der nicht darin ist: so daß der Sucher endlich den Mut verliert. Nihilismus ist dann das Bewußtwerden der langen Vergeudung von Kraft, die Qual des ``Umsonst'', die Unsicherheit, der Mangel an Gelegenheit, sich irgendwie zu erholen, irgendworüber noch sich zu beruhigen -  die Scham vor sich selbst, als habe man sich allzulange betrogen.
    Friedrich Nietzsche

  23. ... (-aber eine Sache, die überzeugt, ist deshalb noch nicht wahr: sie ist bloß überzeugend)
    Anmerkung für Esel
    Friedrich Nietzsche

  24. Gegen die Lehre vom Einfluß des Milieus und der äußeren Ursachen: die innere Kraft ist unendlich überlegen; vieles, was wie Einfluß von außen aussieht, ist nur ihre Anpassung von Innen her. Genau dieselben Milieus können entgegengesetzt gedeutet und ausgenützt werden: es gibt keine Tatsachen.- Ein Genie ist nicht erklärt aus solchen Entstehungsbedingungen.
    Friedrich Nietzsche

  25. Die Relegion hat den Begriff "Mensch" erniedrigt, ihre extreme Konsequenz ist, daß alles Gute, Große, Wahre übermenschlich ist und nur durch eine Gnade geschenkt ...
    Friedrich Nietzsche

  26. "Unschuld": so heißen sie den Idealzustand der Verdummung; "Seligkeit": den Idealzustand der Faulheit; "Liebe": den Idealzustands der Herdentieres, das keinen Feind mehr haben will. Dann hat man alles, was den Menschen erniedrigt und herunterbringt, ins Ideal erhoben.
    Friedrich Nietzsche

  27. Sich selbst erkennen: Klugkeit des Idealisten. Der Idealist: ein Wesen, welches Gründe hat, über sich dunkel zu bleiben, und das klug genug ist, sich auch über diese Gründe noch dunkler zu bleiben.
    Friedrich Nietzsche

  28. Der Mensch wird von Problemen erzogen, und er sollte sich nicht betrogen fühlen, wenn ihm die Lösung eines Problems zugleich ein neues beschert, denn darin besteht sein Leben, von Problemen wachgehalten zu werden - es müssen nur die richtigen, die ergiebigen und dem menschlichen Wesen angemessenen Probleme sein.
    Gottfried Meinhold "Kilidone und andere Merkwürdigkeiten"

  29. Niemand ist im Grunde toleranter als ich. Es gibt Gründe, alle Meinungen zu vertreten; nicht daß meine nicht sehr entschieden wären, aber ich verstehe, daß ein Mensch, der unter Umständen gelebt hat, die den meinen entgegengesetzt sind, auch gegensätzliche Auffassungen hat.
    Stendhal

  30. Und allen Plänen gegenüber begleitet mich die Frage: "Was soll der Unsinn?"; eine Frage, die überhaupt ganz und gar von mir Besitz zu nehmen droht.
    Theodor Fontane

  31. Nicht geboren zu werden ist unbestreitbar die beste Lösung, die es gibt. Leider steht sie in niemandes Macht.
    E. M. Cioran " Del'inconventient d'êtrené"
    Von der Unannehmlichkeit des Geborenwerdes

  32. Die Philosophie des Tees ... ist insofern eine moralische Geometrie, als sie unser Gefühl der Verhältnismäßigkeit gegenüber dem Universum bestimmt.
    Okakura Kakuzo "The Book of Tea"

  33. "Die guten Leute sind alle schwach; sie sind gut, weil sie nicht stark genug sind böse zu sein.", sagte Catukahäuptling Comorro zu Barker.
    Friedrich Nietzsche

  34. "Für schwache Herzen gibt es kein Unglück." - sagt man im Russischen
    Friedrich Nietzsche

  35. Der Mensch ist ein mittelmäßiger Egoist; auch der Klügste nimmt seine Gewohnheit wichtiger als seinen Vorteil.
    Friedrich Nietzsche

  36. Ein wirklicher Mensch, mögen wir noch so sehr mit ihm sympathisieren, wird von uns zum großen Teil durch die Sinne aufgenommen, das heißt, große Partien an ihm bleiben undurchsichtig für uns und bilden eine Art toter Last, mit der unser Empfindungsleben nichts anzufangen weiß. Stößt ihm ein Unglück zu, so können wir nur an einer kleinen Stelle der Gesamtvorstellung, die wir von ihm haben, davon berührt werden, ja mehr noch: auch nur ein kleinen Teil der Gesamtvorstellung, die er von sich selber hat, wird er selbst es sein können.
    Marcel Proust "Combay"

  37. Im übrigen haben es diejenigen, die befähigt sind, sich von Vorurteilen zu befreien, nicht nötig, sich belehren zu lassen.
    Denis Diderot

  38. Vermutlich ist mit Geld ein Gefühl der Schande oder wenigsten der Scham verbunden, das es von den normalen Gesprächsstoffen ausschließt und den Dingen zurechnet, über die man nie gerne redet und die man nicht zugibt. Vielleicht ist es auch wahr, daß niemand das Gefühl zeigen will, daß der Begriff Geld in seiner Seele weckt, ein starkes, niemals ganz von einem Schatten von Schuld freies Empfinden.
    Alberto Moravia "Die Römerin"

  39. Die antiken Philosophen bekämpften alles, was berauscht, - was die absolute Kälte und Neutralität des Bewußtseins beeinträchtigt ...
    Sie waren konsequent, auf Grund ihrer falschen Voraussetzung: daß Bewußtsein der hohe, der oberste Zustand sei, die Voraussetzung der Vollkommenheit, während das Gegenteil wahr ist.
    Friedrich Nietzsche

  40. Arbeite, als ob du ewig leben würdest, und lebe so, als ob du morgen sterben würdest.
    Rosemarie Schuder "Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen"

  41. Wer eigne Gedanken hat, braucht sich vor fremden Gedanken nicht zu fürchten.
    Heinrich Cornelius

  42. Natürlich ist es nötig, alles zu wissen, was man sagt. Aber man muß nicht alles sagen was man weiß.
    Rosemarie Schuder "Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen"

  43. Der größte Erfolg der zeitgenössischen Zivilisationen besteht darin, daß sie Wesen geschaffen hat, die sie zu überleben vermögen.
    Marcel Pagnol

  44. Ich fluchte im Stillen, aber schon war mir klar, daß ich ein Spielzeug bin in den Händen der ungezügelten Kräfte der Natur, die keine Schwierigkeiten machte, sie anzuhäufen und um so weniger, sie zu entfesseln.
    Italo Svero

  45. Die Behauptung, daß die Wahrheit da sei und daß es ein Ende habe mit der Unwissenheit und dem Irrtum, ist eine der größten Verführungen die es gibt.
    Die "Wahrheit" ist folglich verhängnisvoller als der Irrtum und die Unwissenheit, weil sie die Kräfte unterbindet, mit denen an der Aufklärung und Erkenntnis gearbeitet wird.
    Friedrich Nietzsche

  46. Tiefe Abneigung, in irgendeiner Gesamtbetrachtung der Welt ein für allemal auszuruhen. Zauber der entgegengesetzten Denkweise: sich den Anreiz des änigmatischen (rätselhaften) Charakters nicht nehmen lassen.
    Friedrich Nietzsche

  47. Es gibt Menschen, die wie Tiger danach dürsten, Blut zu lecken. Wer diese Macht einmal verspürt hat, diese unbeschränkte Gewalt über Körper, Blut und Geist eines ebensolchen Menschen, wie er selbst einer ist, eines Bruders im christlichen Glauben, wer die Macht und die absolute Möglichkeit verspürt hat, ein anderes Wesen, das nach dem Ebenbild Gottes gestaltet ist, auf das Tiefste zu demütigen, der verliert notgedrungen die Herrschaft über seine Gefühle. Das Tyrannisieren ist eine Gewohnheit; es ist entwicklungsfähig und wird schließlich zu einer Krankheit.
    Fjodor Dostojewski "Aufzeichnungen aus einem Totenhaus"

  48. Als Kind habe ich von Liebe geträumt, als junger Mann vom Ruhm; als Mann vom Grab jener letzten Liebe derer, die keine mehr haben.
    Gustav Flaubert "Memorien eines Irren"

  49. Jede Phantasie ist ein Wunsch, der realisiert wird, eine Phantasiekorrektur der unbefriedigenden Wirklichkeit.
    Siegmund Freud

  50. Affekte sind unterlassene Handlungen.
    Carl Friedrich von Weizäcker

  51. Denn die Bücher, die Schatzkammern der Sprache, sind ja Testamente, in dem unsere besten Ahnen ihren Besitz vererben, sie sind der Samen, die wir selbst in die Zukunft streuen.
    Richard Müller-Freienfels "Die Seele des Alltags"

  52. Vernuft verwirrt die Dogmatiker.
    Blaise Pascal

  53. Du sollst aus Bösem Gutes machen, denn es gibt nichts, woraus man es sonst schaffen könnte.
    R. P. Warren

  54. Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.
    Rosa Luxemburg

  55. Wir nutzen den Verstand zum Fördern der Wissenschaft; wohingegen wir die Wissenschaften nutzen sollten zur Förderung unseres Verstandes.
    Antonie Arnauld

  56. Der Irrtum ist nichts anderes als eine durch gelockerten Wortgebrauch verletzte Wahrheit.
    Mario Pamilio "Das fünfte Evangelium"

  57. Aber der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für die Systematik und abstrakte Folgerungen, daß er es fertig bringt, bewußt die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören, um seiner Logik recht geben zu können.
    Fjodor Dostojewski "Aufzeichnungen aus dem Untergrund"

  58. ... Und welchen mildernden Einfluß übt die Zivilisation auf unser Wesen aus? Die Zivilisation verhilft dem Menschen nur zur Vielseitigkeit der Empfindungen - weiter hat sie absolut keine Wirkung. Und durch die Entwicklung dieser Vielseitigkeit wird der Mensch womöglich noch dahin gelangen, im Blutvergießen einen Genuß zu finden.
    Fjodor Dostojewski "Aufzeichnungen aus dem Untergrund"

  59. ..., daß die Äußerungen der Klassiker in dem Sinne zu begreifen sind, indem sie zustande kommen, und nicht in dem Sinne, den sie zustande bringen.
    Wilhelm von Ockham "Kurze Zusammenfassung zu Aristoteles Büchern über Naturphilosophie"

  60. Illusion, daß etwas erkannt sei, wo wir eine mathematische Formel für das Geschehene haben: es ist nur bezeichnet: nichts mehr!
    Friedrich Nietzsche

  61. Ein Machtquantum ist durch die Wirkung, die es übt, und die , der es widerstrebt, bezeichnet.
    Friedrich Nietzsche

  62. Denn derartige Aussagen von Gelehrten muß man unter Bezugnahme auf ihre Denkungsart und nicht so verstehen, wie sie wortwörtlich lauten; denn oft ist der Sinn des Wortlauts ein anderer als die Bedeutung der Worte.
    Wilhelm von Ockham "Kurze Zusammenfassung zu Aristoteles Büchern über Naturphilosophie"

  63. Ich habe alles gehabt, was ich wollte, aber nie so, wie ich es wollte.
    Jean Paul Satre "Tagebücher"

  64. Unsere großen Hoffungen sind tot, und statt daß wir unseren Erfolg von innen hersehen könnten, sind sie es, die wir von unserem Erfolg her betrachten.
    Jean Paul Satre "Tagebücher"

  65. Für die Empfindung des sogenannten Mitleids bin ich wenig begabt; und möchte es noch viel weniger sein...
    Mitleid kann man vielleicht gelegentlich äußern: aber man sollte sich ängstlich davor hüten, es je zu empfinden.
    LaRochefoucauld

  66. Es liegt in der Natur, vernüftig zu denken und unlogisch zu handeln.
    Anatole France

  67. Vernunft empört sich immer wieder über die dumme Umständlichkeit, mit der die Welt verwaltet wird.
    Lion Feuchtwanger

  68. Die Maschine ist souveräne Beherrscherin unseres gegenwärtigen Lebens.
    Arthur Schopenhauer

  69. Die soziale Ordnung kommt nicht von der Natur. Sie begründet sich auf Verträge.
    Rousseau

  70. Denken, Analysieren, Erfinden sind keine anormalen Tätigkeiten; sie sind der normale Atmungsvorgang der Intelligenz. Die gelegentliche Erfüllung dieser Funktion zu glorifizieren, altvergangene und fremde Gedanken zu horten, sich ungläubigen Staunens voll dessen, was der Doctor universalis dachte, zu erinnern heißt nur, unsere Geistesträgheit oder unsere Barbarei einzugestehen. Jeder Mensch muß aller Gedanken fähig sein, und ich glaube zu wissen, daß er es eines künftigen Tages sein wird.
    Jorge Luis Borges in "Pierre Menard, Autor des Quijote"

  71. Der Staat ist die eiserne Klammer, die der Gesellschaftsprozeß erzwingt.
    Friedrich Nietzsche

  72. Erst wenn man die Oberfäche der Dinge kennengelernt hat, kann man sich aufmachen, um herauszufinden, was darunter sein mag. Doch die Oberfläche der Dinge ist unerschöpflich.
    Italo Calvino "Herr Palomar"

  73. Um die einfachsten Dinge von den verwickelten unterscheiden und sie der Ordnung nach verfolgen zu können, muß man bei jeder Reihe von Gegenständen, in dem man einige Wahrheiten von anderen unmittelbar abgeleitet hat, beobachten, was das einfachste ist, und wie hiervon alles übrige mehr oder weniger oder auch gleich weit entfernt ist.
    Rene Descartes "Regeln zur Leitung des Geistes, Regel VI"

  74. Nicht Willkür schuf das Wort, sonst wär es hohl; Es ist des Geistes notwendiges Symbol.
    Seibel

  75. Leben ist eine Vorbedingung des Erkennens. Wer nicht zu leben versteht, wird nicht erkennen können.
    Gottfried Meinhold "Mit Rätseln leben - Das Ende einer Expedition"

  76. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt lieben kann. Ich begehre und kann mich in anderen Menschen suchen, nach Echo aushorchen, nach einem Spiegel verlangen, kann Lust suchen, und alles das kann wie Liebe aussehen.
    Hermann Hesse "Kinderseele"

  77. Wer, wie die meisten, die Welt will, wie sie ist, will das sie vergeht.
    Stephan Fried

  78. Wenn wir auf unseren zurückgelegten Lebensweg zurücksehen und zumal unsere unglücklichen Schritte, nebst ihren Folgen, ins Auge fassen, so begreifen wir oft nicht, wie wir dieses tun oder jenes unterlassen können; so daß es aussieht, als hätte eine fremde Macht unsere Schritte gelenkt. Goethe sagt in Egmont: Es glaubt der Mensch sein Leben zu leiten, sich selbst zu führen; und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksal gezogen.
    Arthur Schopenhauer

  79. Noise is the impertient of all forms of interruption. It is not only an interruption, but also a disruption of thought.
    Lärm ist die Bedeutenste von allen Störungen. Es ist nicht allein eine Störung, es ist mehr als eine Spaltung des Denkens.
    Arthur Schopenhauer

  80. Wahrheit ist eine Sprache, die Allgemeingültiges sagt. Newton hat nicht etwa ein langes unbekanntes Gesetz ``entdeckt'', wie man etwa ein Rätsel löst, in dem die Antwort schon steckt. Seine Tat ist viel schöpferischer. Er hat ein Stück menschlicher Sprache geschaffen, das den Fall eines Apfels und den Lauf der Sonne zu erfassen erlaubt. Wahrheit besteht nicht nicht in Beweisen, sie besteht im Zurückführen auf die Einfachheit.
    Antoine de Saint-Exupery "Wind Sand und Sterne"

  81. Ein mäßiger Schüler der Maschinenbauschule weiß mehr von der Natur und ihren Gesetzen, als seinerzeit Decartes und Pascal wußten. Ist er aber des geistigen Aufbruchs dieser Größen fähig?
    Antoine de Saint-Exupery "Wind, Sand und Sterne"

  82. Wozu Haß? Wir sind alle Schicksalsgefährten, vom gleichen Stern durch den Raum getragen. Wir sind die Mannschaft eines Schiffes. Und wenn die Gegensätze der Kulturen wertvoll sind, weil sie immer neue Meinungen erlauben, so ist es ungeheuerlich, daß sie einander vernichten.
    Antoine de Saint-Exupery "Wind, Sand und Sterne"

  83. Die Wahrheit erkennt man am besten an den Dementis.
    Jewa

  84. Schlechte Argumente bekämpft man am besten dadurch, daß man ihre Darlegung nicht stört.
    Alec Guiness

  85. Den Fachmann erkennt man am sichersten daran, daß er dem Laien auch dann widerspricht, wenn dieser Recht hat.
    Theo Herbst

  86. Viele entlarven sich bereits an der Fastnacht bereits in dem Moment, in dem sie in ein Kostüm schlüpfen.
    Sigmund Graff

  87. Die Narrheit ist die Schützhülle gegen die Umwelt.
    Peter Bramm

  88. Die Vernuft umfaßt die Wahrheiten, die man aussprechen, und solche, die man verschweigen darf.
    Antoine Rivarol

  89. Institutionen sind ebenso komplizierte wie notwendige Mittel, um einfache Handlungen zu vollenden.
    Hyman M. Berston

  90. Die Menschen sind zum Tadeln aufgelegt, weil sie sich durch dieses selbst loben.
    Arthur Schopenhauer

  91. Jeder, der geheimnisvoll von seinem Vorhaben spricht, stimmt seine Mitmenschen ironisch.
    Friedrich Nietzsche

  92. Wissenschaft ist ein vielseitiges Werkzeug. Sie kann auf jedem harmlosen, freundlichen oder bösen Aberglauben das scharfsinnigste Begriffsgebäude errichten.
    Ludwig Marcuse

  93. Die Menschheit ist zu weit vorwärts gegangen, um sich zurückzuwenden, und bewegt sich zu rasch, um stehenzubleiben.
    Winston Churchill

  94. Das was wir "Fortschritt" nennen, ist der Tausch eines Mißstandes gegen einen anderen.
    Henry H. Ellis

  95. Immer währender Fortschritt ist nur um den Preis immerwährender Unzufriedenheit zu erkaufen.
    Marie von Ebner-Eschenbach

  96. Verantwortung: unangenehme Antworten auf Fragen, die man sich selbst stellen muß.
    Ron Kritzfeld

  97. Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.
    Laotse

  98. Wir sind selbst verantwortlich für das, was kommt, und wir müssen deshalb auf unsere Vernunft und unser Gewissen hören und gegebenfalls unsere Stimme erheben.
    Adolf Wirz

  99. Ethische Verantwortung verlangt vom Manager nicht weniger, daran zu denken, daß Leistung niemals alles ist.
    Prof. Dr. Franz Furger

  100. Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muß man vor allem ein Schaf sein.
    Albert Einstein

  101. Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der Kunst, jeden seiner Individualität nach zu verstehen.
    Friedrich Ludwig Jahn

  102. Man irrt so hartnäckig, weil man selten gänzlich irrt.
    Karl Heinrich Waggerl

  103. Bei der Auswahl seiner Feinde kann man nicht sorgfältig genug sein.
    Oscar Wilde

  104. Die Menschen widerlegen einander ewig nur die Irrtümer, die der andere nicht behauptet.
    Jean Paul

  105. Ein mathematisches System bezieht sich ja im Grunde nicht auf die Wirklichkeit und informiert uns nicht über irgendwelche Eigenschaften von ihr, sondern ausschließlich über sich selbst.
    Stanislaw Lem "Philosophie des Zufalls I"

  106. Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei.
    Arthur Schopenhauer "Aphorismen zur Lebensweisheit"

  107. Was den großen Geistern die Gesellschaft verleidet, ist die Gleichheit der Rechte, folglich der Ansprüche, bei Ungleichheit der Fähigkeiten, folglich der (gesellschaftlichen) Leistungen.
    Arthur Schopenhauer "Aphorismen zur Lebensweisheit"

  108. Immer nämlich ist daß Maß um eine gewisse Erkenntnis bekannter als das Gemessene; und dies dadurch, daß der Intellekt mit der Vorstellung des Maßes eine Vorstellung des Gemessenen, was er mißt, aufnimmt, wenn er auch nicht eine vollständige Vorstellung des Gemessenen aufnimmt, da er ja keine einfache, umfassende Vorstellung aufnimmt, - die er im Gegenteil voraussetzt - sondern eine zusammengesetzte.
    Wilhelm von Ockham "Kurze Zusammenfassung zu Aristoteles Büchern über Naturphilosophie"

  109. Denn ohne Zweck ist, was durch vieles zustande kommt, aber durch weniger zustande kommen kann.
    Wilhelm von Ockham "Ockhamsches Rasiermesser"

  110. Je älter wir werden, desto mehr lernen wir die Unerbittlichkeit der Zeit respektieren und fürchten.
    Christa Wolf "Störfall - Nachricht eines Tages"

  111. Der Trugschluß, der den Menschen oft glauben macht, mehr zu können, liegt darin begründet, daß er mehrere Variable nur in kleinen Gruppen beherrscht, nicht jedoch die Abhängigkeit der Variablen verschiedener Gruppen voneinander.
    Karl Georg Holtgrewe "Automation und Entscheidung"

  112. We speak of a law of nature when we are able to express a phenomenon as a mathematical function of its variables.
    Wir sprechen von einem Naturgesetz, wenn wir fähig sind ein Phänomen auszudrücken als eine mathematische Funktion von seinen Variablen.
    Jarques Loeb "Biology and War"

  113. Durchdenke das Verständliche und du kommst zu dem Schluß, daß nur das Unverständliche Licht spendet.
    Saul Bellow "Herzog"

  114. Was ist der Mensch?  Eine labile Anhäufung biologischer Substanz, einige Jahre lang in einem Gleichgeweicht, daß den Ablauf komplizierter Vorgänge sichert: Stoffwechsel, Wachstum, Vermehrung, Bewußtsein. So labil, daß ein Stoß reicht, das Gleichgewicht für immer zu stören, die Funktion zu beenden. Und was bleibt?
    Klaus Frühauf "Stern auf Nullkurs"

  115. Was ist der einzelne? Eine Wolke, eine Welle, ein Hauch. Vergänglich zwar, aber reproduzierbar.
    Klaus Frühauf "Stern auf Nullkurs"

  116. Es wird nicht alles zuletzt gut, trotz aller menschlicher Torheit und Schlechtigkeit; sondern bis an das Ende aller menschlichen Dinge wird Gut und Böse, Recht und Unrecht nebeneinander fortbestehen, ...
    C. Hilty "Tröste mein Volk" aus Glück - Teil 2

  117. ... , die Macht dessen, was das Christentum die ``Welt''  nennt, ist eine ganz gewaltige und die Verbindung aller Elemente, aus denen sie besteht, von der höchsten Prätention einer vornehmen atheistischen Philosophie bis zum niedrigsten Instinkt, des brutalen Egoismus, eine äußert enge.
    C. Hilty "Tröste mein Volk" aus Glück - Teil 2

  118. Der Glauben ist eben eine Sache des menschlichen Wollens, nicht des Verstandes, zu diesem Wollen mit allen seinen Konsequenzen sich zu entschließen, darin liegt die Schwierigkeit, das was der Mensch selbst tun muß und was ihm auch keine Gnade ganz ersetzen kann.
    C. Hilty "Tröste mein Volk" aus Glück - Teil 2

  119. ... there is nothing more difficult to take in hand, more perilous to conduct or more uncertain in its success, then to take the lead in the introduce of new order of things ...
    ... es ist nicht schwierig zu übernehmen, mehr gefährlich zu Führen oder unsicher der Erfolg, als die Führung einer Einführung einer neuen Ordnung der Dinge zu übernehmen...
    Machiavelli

  120. ... , daß der Individualismus, das Herrscherrecht der eignen Natur und des freien Willens, sofern er zum Guten angewendet wird, das unveräußerlichte aller Menschenrechte ist, ...
    C. Hilty "Vornehme Seelen"

  121. Man kann mit Wahrheit sagen, die meisten großen Fortschritte im inneren Menschenleben werden durch eine Entsagung eingeleitet, die ihren Preis bildet.
    C. Hilty "Die Prolegomena des Christentums"

  122. ... - ohne zu vergessen, daß alle Definitionen überhaupt nur eine bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann - ...
    Lenin "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus"

  123. Denn eine gelungene Arbeit zieht sogleich die nächste nach sich; und wer seinen Erfolg nicht erlistet, sondern redlich gewinnt, weiß nichts von Sieg, und gewiß nichts von Berauschung.
    Heinrich Mann "Die Vollendung des Königs Henri Quatre"

  124. Als Kind habe ich von der Liebe geträumt, als junger Mann vom Ruhm; als Mann vom Grab - jener letzten Liebe derer, die keine mehr haben.
    Gustav Flaubert "Memorien eines Irren"

  125. Unsere eigne irdische Zivilisation unter dem Aspekt der zwei Evolutionen zu sehen, der biologischen und der technologischen, die miteinander in einen antagonistisch anmutenden Widerspruch geraten, weil die Techno-Evolution als Werk der menschlichen Geistestätigkeit - die durchaus ein Widerspruch des Lebens ist, obwohl zugleich selbst Leben, also ein janusköpfiges Phänomen - der biologischen Evolution davon eilt und sich aus der Entferntheit und Fremdheit, die es erreicht, gegen die Bio-Evolution kehrt.
    Gottfried Meinhold "Sein und Bleiben"

  126. ... , weil wir (insbes. in Deutschland) eher dazu neigen, unsere Meinung mit unserer Person zu verwechseln. Nach dem Motto: Wer meine Meinung nicht teilt, lehnt mich als Person ab.
    Vera F. Birkenbihl "Kommunikationstraining"

  127. Kühner, als das Unbekannte zu erforschen, kann sein, das Bekannte zu bezweifeln.
    Dietrich Huber

  128. Die Utopie ist nicht die Abbildung des Wirklichen, sondern das phantastische Erfassen des Möglichen, das zwar aus dem Faktischen folgt oder als Alternative darin liegt, das aber noch in einem vagen und problematischen Verhältnis zum Bereich gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse steht.
    Dr. Albrecht Börner Nachwort zu "Wie Kapitän Nemo starb"

  129. Organisation ist die Kunst, andere für sich arbeiten zu lassen. Überorganisation ist die Kunst, andere von der Arbeit abzuhalten.
    Jonathan Zenneck

  130. Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen: Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten. Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so groß.
    Danny Kaye

  131. Die Wirklichkeit ist ein Muskelprotz, der einen Kraftakt nach dem anderen vollbringt, diesen zu unseren Nutzen, jenen zu unserem Schaden. Sie behauptet sich, indem sie sich, fortwährend in Frage gestellt, fortwährend zu beweisen versucht. Sie trumpft heute auf, und alles zollt ihr Respekt. Aber eine Woche, ein Jahr später, kann jedermann sehen, wie kurzatmig ihr Triumph war. Da sind die Dinge, die die Wirklichkeit ausmachen, längst wieder auf den Kopf gestellt; und wir Wirklichkeitsakrobaten stellen uns dann flugs ebenfalls auf den Kopf, damit ja alles seine Ordnung und Richtigkeit behält. Unsere Träume und Instinkte aber machen viel weniger Wesens von sich. Sie wollen uns nichts beweisen; sie möchten nur hinweisen, aufmerksam machen. Und oft verraten sie uns - wenn auch zuweilen in Rätseln -, was wir uns selbst nicht einzugestehen wagen.
    Rudolf Hagelstange "Spielball der Götter"

Oktober 1990 bis November 1994

  1. Das gegenwärtige Leben ist ein Leben in den vielfältigsten Bedeutungssemantiken.
    Rias I Moderator im Kulturspiegel 10.10.1990

  2. Man soll sich nie von der Moral daran hindern lassen, zu tun, was richtig ist.
    Isaac Asimov "Auf der Suche nach der Erde"

  3. In Ermangelung von Wissen wird das Handeln stets vom Aberglauben gelenkt.
    Isaac Asimov "Die Rückkehr zur Erde"

  4. Freiheit ist nichts, wenn man nicht so leben kann, wie man wünscht! Genauso wie man wünscht!
    Isaac Asimov "Die Rückkehr zur Erde"

  5. Die Tore zu Himmel und Hölle liegen direkt nebeneinander und gleichen einander aufs Haar.
    Nikos Kazantzakis "Die letzte Versuchung"

  6. Intelligenz stellt eine der unendliche vielen Galaxien dar, welche in einem Mikrokosmos auftreten, doch sind diese Galaxien im Makrokosmos auch als Mensch umschrieben.
    Jürgen Weiprecht

  7. Der intellektuelle Vorteil des Menschen liegt vielleicht weniger in seiner individuellen Intelligenz als an seiner Fähigkeit, die Intelligenz mit seiner in rascher Entwicklung befindlichen, außerordlich leistungsfähigen und Werkzeug verwendenden Kultur zu verknüpfen.
    Hans Moravec "Mind Children"

  8. Fast jedes Individuum verfügt über viele Fähigkeiten oder kann sie sich aneignen. Und mit jeder solchen Fähigkeit lassen sich, wenn man sie in ein Programm übersetzt, Tantiemen erzielen.
    Hans Moravec "Mind Children"

  9. Je mehr eine Kultur begreift, daß ihr aktuelles Weltbild eine Fiktion ist, desto höher ist ihr wissenschaftliches Niveau.
    Albert Einstein

  10. Leben ist die Verwirklichung von Möglichem, und für den Gehirnmeschen gibt es nur extensive Möglichkeiten.
    Oswald Sprengler "Der Untergang des Abendlandes"

  11. Ich glaube, die Ehrfurcht vor der Ungewißheit macht den Unterschied zwischen einem kreativen Visionär und einem Fanatiker aus. Ein Fanatiker hält Ausschau nach etwas, daß die Ungewißheit plattwalzt. Der schöpferische Mensch gibt die Ungewißheit zu.
    Peter Senge in John Briggs, F. David Peat "Die Entdeckung des Chaos"

  12. Eine Überraschung ist immer eine Vergewaltigung, und auch die beste kann, wie ein Schriftsteller der Ming-Zeit meint, nur wie die Rückseite eines Brokats wirken. Die Fäden sind alle wohl da, nicht aber die Feinheit von Farbe und Muster.
    Kakuzo Okakura "Das Buch vom Tee"

  13. Die Befolgung allgemeiner Traditionen schließt ein ständiges Opfern des Individuums an den Staat ein. Den Menschen wird nicht gelehrt, wirklich tugendhaft zu sein, sondern sich schicklich zu benehmen.
    Kakuzo Okakura "Das Buch vom Tee"

  14. Man hat gesagt, daß der Mensch mit zehn Jahren ein Tier, mit zwanzig ein Wahnsinniger, mit dreißig ein Versager, mit vierzig ein Betrüger und mit fünfzig ein Verbrecher ist.
    Kakuzo Okakura "Das Buch vom Tee"

  15. ... , aber es wird immer mehr denkbar, daß unser Denken uns in die Irre führt, je komplexer die Materie wird.
    Douglas R. Hofstadter "Gödel, Escher, Bach - ein Endlos gepflochtenes Band"

  16. Ihr dürft nur Feinde haben, die zu hassen sind, aber nicht Feinde zum Verachten. Ihr müßt stolz auf eueren Feind sein; denn die Erfolge eures Feindes sind eure Erfolge.
    Friedrich Nietzsche "Also sprach Zarathustra"

  17. Geist ist das Leben, das selber ins Leben schneidet: an der eignen Qual mehret es sich das eigne Wissen ...
    Friedrich Nietzsche "Also sprach Zarathustra"

  18. Staat heißt das kälteste aller Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Mund: "Ich der Staat bin das Volk."
    Friedrich Nietzsche "Also sprach Zarathustra"

  19. Die Welt ist einfach zu kompliziert, als daß ein Mensch sich den Luxus leisten könnte, alle seine Ansichten miteinander in Einklang zu bringen.
    Douglas R. Hofstadter "Gödel, Escher, Bach - ein Endlos gepflochtenes Band"

  20. Wer nicht befehlen kann, der soll gehorchen. Und mancher kann sich befehlen, aber da fehlt noch viel, daß er sich auch gehorche.
    Friedrich Nietzsche "Also sprach Zarathustra"

  21. Kurz, manchmal hat es den Anschein, als würde der Verstand, auf sich selber angewendet, sich selbst untergraben.
    Douglas Hofstadter "Metamagicum"

  22. Erinnern ist nicht die Reaktivierung zahlloser, starrer, lebloser, fragmentarischer Spuren. Es ist eine imaginative Rekonstruktion, die aus der Beziehung unserer Einstellungen zu einer aktiven Masse vergangener Erfahrungen entsteht ...
    Frederic Barlett in Howard Gardner "Dem Denken auf der Spur"

  23. Das menschliche Vorstellungsvermögen muß in der Lage sein, die Grenzen physikalischer Gesetze zu überschreiten, ehe es diese Gesetze überhaupt verstehen kann.
    Joseph Weizenbaum "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"

  24. Manchmal dringt eine sehr komplizierte Idee in derart vereinfachter Form ins öffentliche Bewußtsein, daß sie nurmehr eine Karikatur des Originals darstellt;aber dieser bloße Schatten des Originals ist sehr wohl in der Lage, den Begriff entscheidend zu verändern, den die Allgemeinheit von der Realität hat.
    Joseph Weizenbaum "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"

  25. Das augenscheinlich komplexe Verhalten eines informationsverarbeiteten Systems in einer bestimmten Umwelt ist ein Produkt der Wechselwirkung der Anforderungen seitens dieser Umwelt mit einigen wenigen Grundparametern des Systems, insbesondere der Eigenart seiner Erinnerungen.
    A. Newell und H. A. Simon "Human Problem Solving"

  26. Die Psychologie der Informationsverarbeitung ist jedoch keine Neuropsychologie der Informationsverarbeitung.
    Joseph Weizenbaum "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"

  27. Daß der Mensch durch die Mittel der Naturwissenschaft und Technik eine enorme Macht angehäuft hat, ist eine derart banale Platitüde, daß sie zwar paradoxerweise noch genauso verbreitet ist wie eh und jeh, in einer ernsthaften Unterhaltung jedoch nicht mehr so oft wiederholt wird. Zu dem Paradoxon kommt es, weil eine Plattheit die aufhört, Allgemeinplatz zu sein, nicht mehr als Plattheit wahrgenommen wird.
    Joseph Weizenbaum "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"

  28. Ist nicht die oberste Verpflichtung des Menschen, einschließlich des Wissenschaftlers, das Leben selbst von der pathologischen Neigung auszunehmen, jedes Ding als Objekt zu betrachten, ...
    Joseph Weizenbaum "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft"

  29. Wo ein Spiegel ist, da ist ein menschliches Stadium, du willst dich sehen.
    Umberto Eco "Das Foucaultsche Pendel"

  30. Ich glaube, ab einem bestimmten Punkt macht es keinen Unterschied, ob man sich daran gewöhnt, so zu tun, als ob man glaubte, oder man sich daran gewöhnt, wirklich zu glauben.
    Umberto Eco "Das Foucaultsche Pendel"

  31. Es gibt kein festes mathematisches Rezept, um all die verschiedenen Kräfte, die einen bei der Analogiebildung hin und her zerren, miteinander in Einklang zu bringen.
    Douglas R. Hofstadter "Metamagnicum"

  32. Die Menschen gelangten jedoch nach und nach zu der Erkenntnis, daß das, was künstliche Intelligenz genannt wurde; überhaupt keine Intelligenz war. Intelligenz, diese suchende, unvollkommene Beziehung zur Welt, schien so fern wie eh und jeh; und im Laufe der Jahre lag sie offenbar außerhalb aller hypothetisch angenommenen Fähigkeiten von Maschinen. Maschinenitelligenzen waren keine neuen Personen, sondern neue Medien, komplexe und interessante Ausdrucksmittel für menschliches Streben.
    Tom Maddox "Das Aleph System"

  33. Alles, was Menschen tun, gleicht ihren ersten Anfängen, und ihr ganzer Lebenslauf verdient nicht mehr Würde und Ernst als ihre Empfängnis. Aus dem Nichts entstehen sie, ins Nichts kehren sie zurück.
    Bion in Seneca "Von der Seelenruhe"

  34. Solange das Gehirn ein Geheimnis ist, wird auch das Universum ein Geheimnis bleiben.
    Santiago Ramony Cajal

  35. Eine der am meisten irreführenden Darstellungsweisen unserer Sprache ist der Gebrauch des Wortes "ich" ...
    Ludwig Wittgenstein

  36. Für die frühe Wissenschaft von der Thermodynamik hatte die Entropie, technisch gesprochen, jene Energie im System dargestellt, die für äußere Arbeitsleistungen nicht zur Verfügung stand. In der modernen Sicht kommt einmal mehr der menschliche Geist ins Spiel, so daß die Entropie nicht sowohl die Zustandsgröße des Systems als vielmehr unsere Kenntnis dieser Zustandsgröße bezeichnet.
    Harold J. Morowitz "Die Wiederentdeckung des Geistes"

  37. Je planmäßiger der Mensch vorgeht, um so wirkunsvoller trifft ihn der Zufall.
    Friedrich Dürrenmatt

  38. Das Echo der Tat eines Kolumbus hallte jahrhundertelang wider, während das kollektive Bewußtsein sich innerhalb von Wochen an die Eroberung des Mondes wie an etwas beinahe Banales gewöhnte.
    Stanislaw Lem "Die vollkommene Leere"

  39. Ein Mensch, der unter Kindern leben müßte, würde am Ende eine schmerzliche Einsamkeit empfinden.
    Stanislaw Lem "Also sprach GOLEM"

  40.  ... , denn das Streben nach Vollkommenheit, das sein Ziel verfehlt, ist um so lächerlicher, je mehr Weisheit dahintersteckt. Deshalb wirkt die Dummheit eines Philosophen belustigender als die Dummheit eines Idioten.
    Stanislaw Lem "Also sprach GOLEM"

  41. Jeder ist der Gefangene seiner Genesis aus dem Geist.
    Stanislaw Lem "Die vollkommene Leere"

  42. ... , wenn Gott deutscher Nationalität wäre, dann wäre die Welt ein vielleicht nicht unbedingt existenziell besserer Ort, bestimmt aber eine Verwirklichung der höheren Idee von Disziplin und Klarheit.
    Stanislaw Lem "Die vollkommene Leere"

  43. A physician, a civil engineer, and a computer scientist were arguing about what was the oldest profession in the world. The physician remarked,"Well, in the Bible, it says that God created Eva from a rib taken out of Adam. This clearly requiered surgery, and so I can rightly claim that mine is the oldest profession in the world." The civil engineer interrupted, and said, "But even earlier in the book of Genesis, it states that God created the order of the heavens and the earth from out of the chaos. This was the first and certainly the most spectacular application of civil engineering. Therefore, fair doctor, you are wrong: mine is the oldest profession in the world." The computer scientist leaned back in the chair, smiled, and said confidently, "Ah, but who do you think created the chaos?"
    Grady Booch "Object-Oriented Analysis and Design with applications"

  44. Schönheit ist Vollkommenheit, das heißt ein Maximum des stets Erwarteten und Gewünschten.
    Sergej Snegow "Menschen wie Götter"

  45. Es ist das längste und größte Abenteuer in der Geschichte der Menscheit, diese Suche nach dem Verständnis des Universums, nach seinen Gesetzen und seinem Ursprung. Man kann sich fast nicht vorstellen, daß eine Handvoll Bewohner eines kleinen Planeten, der einen unbedeuteten Stern, in einer kleinen Galaxie umkreist, das Ziel hat, das ganze Universum vollständig zu verstehen; ein kleiner, winziger Teil der Schöpfung glaubt tatsächlich, er sei fähig zum Verstehen des Ganzen.
    Murray Gell-Maun

Dezember 1994 bis Juni 1997

  1. Dogmatismus ist ein Charakterfehler.
    Pyrrhon

  2. Zwar ist's mit der Gedankenfabrik
    Wie mit einem Weber-Meisterstück,
    Wo ein Tritt tausend Fäden regt,
    Die Schifflein herüber schießen,
    Die Fäden ungesehen fließen,
    Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt.
    Johann Wolfgang Goethe "Faust"

  3. Der Mystiker sieht das Unaussprechliche und der Psychophatologe das Entsetzliche.
    W. Somerset Maugham "Silbermond und Kupfermünze"

  4. Müsset im Naturbetrachten
    Immer eins wie alles achten:
    Nichts ist drinnen, nichts ist draußen,
    Denn was innen, das ist außen.
    So ergreifet ohne Säumnis
    Heilig öffentlich Geheimnis.
    Johann Wolfgang Goethe "Epirrhema"

Juli 1997 bis Juni 1998

  1. ... to boldly go where no one has gone before.
    Paramount Pictures

  2. Es gibt kein Vergangen, das man zurücksehnen dürfte, es gibt nur ein ewig Neues, daß sich aus den erweitertern Elementen des Vergangenen gestaltet, und die echte Sehnsucht muß echt produktiv sein, ein neueres Besseres erschaffen.
    Johann Wolfgang Goethe (zugetragen von Siegrun Stober)

  3. Der Wissende ist noch nicht so weit wie der Forschende; der Forschende ist noch nicht so weit wie der teilnahmslos Erkennende.
    Konfuzius in Herbert Rosendorfer "Briefe in die chinesische Vergangenheit"

  4. Das Träumen ist der Sonntag des Denkens.
    Maria von Eber-Eschenbach

  5. Das Denken ist der ordnende Faktor, der beim Menschen zwischen die verursachenden Elementar-Gefühle und das Handeln geschaltet ist.
    Albert Einstein "Zeit des Staunens"

  6. Sie sagte mir, daß die überflüssigsten Worte, die man einer Herausforderung gegenüber benutzen könne, versuchen, sollte und unmöglich wären. Versuchen hieße, Zweifel an dem zu haben, was man noch gar nicht begonnen hätte. Sollte bedeute, etwas aus einer Art Schuldgefühl heraus zu tun und nicht deshalb, weil man ehrlich davon überzeugt wäre. Und das Wort unmöglich war für Grace gleichbedeutend damit, die Allmacht Gottes in Frage zu stellen und sich zu weigern, an Wunder zu glauben.
    Gillian Helfgott und Alissa Tanskaya "David Helfgott" (LOVE YOU TO BITS AND PIECES)

  7. Politics is perhaps the only profession for which no preparation is thought necessary.
    Robert Louis Stevenson aus "Applying Neural Networks"

  8. Der zerbrochene Spiegel
    Zerbrochen der Spiegel,
    ein Bild in tausend Stücke,
    dennoch ist die Wahrheit grausam.
    Grausam ist eine Illusion
    in einem Puzzle von vielen Teilen.
    Zerbrochen zwar,
    aber der Schmerz wird gelindert:
    Durch die Zeit und neue Spiegel.
    Jürgen Weiprecht, 20.12.1997

  9. Das Leben ist eine statistisch gleichverteilte Anreihung von Problemen.
    Jürgen Weiprecht

  10. Das Zufällige läßt sich nicht kürzer schreiben, wohingegen das Geordnete kürzer gesagt werden kann.
    Tor Nørretranders "Spüre die Welt - Die Wissenschaft des Bewußtseins"

  11. Aber durch alle Arbeit erlangt man noch keinen Anspruch darauf, von allen mit Liebe behandelt zu werden, vielmehr ist man allein, gänzlich fremd und nur Gegenstand der Neugierde.
    Franz Kafka "Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande"

  12. Das menschliche Wesen, leichtfertig in seinem Grund, von der Natur des auffliegenden Staubes, vertägt keine Fesselung; fesselt es sich selbst, wird es bald wahnsinnig an den Fesseln zu rütteln anfangen und Mauer, Kette und sich selbst in alle Himmelsrichtungen zerreißen.
    Franz Kafka "Beim Bau der Chinesischen Mauer"

  13. Geiz ist ja eines der verläßlichsten Anzeichen tiefen Unglücklichseins; ...
    Franz Kafka "Brief an den Vater"

  14. Unsere Sehnsucht nach Verstehen ist ewig.
    Albert Einstein (nach Themenabend "A. Einstein" auf ARTE)

  15. Die Information aber, die ein Stapel gebrauchten Geschirrs enthält, ist nicht besonders interessant. Wir wollen sie gern loswerden. Das tun wir, indem wir abwaschen. Wenn wir damit fertig sind, ist das Geschirr geordnet. Das ist etwas Gutes, und es will uns scheinen, als bedeute es viel Information. Das Gegenteil ist der Fall. Und genau dieser Widerspruch zwischen dem Informationsbegriff der Alltagssprache un dem der Wissenschaft hat Wiener und Brillouin in die Irre geführt.
    Tor Nørretranders "Spüre die Welt - Die Wissenschaft des Bewußtseins"

  16. Du stolzes Herz! du hast es ja gewollt!
    Du wolltest glücklich sein, unendlich glücklich
    Oder unendlich elend, stolzes Herz,
    Und jetzo bist du elend.
    Heinrich Heine "Neue Melodien spiel ich"

  17. Bewußtsein ist Tiefe, wird aber als Oberfläche erlebt.
    Tor Nørretranders "Spüre die Welt - Die Wissenschaft des Bewußtseins"

  18. Wo Macht ist, ist auch Gemeinheit.
    Dirk R. Meyenecke in "Von der Buchidee zum Besteller"

  19. Eine universelle Persönlichkeit ist ohne einen Anteil Vulgarität gar nicht denkbar; ...
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  20. Wer nichts auszusagen hat, hat keinen Stil und kann keinen haben; derjenige, der etwas auszusagen hat, wird die Kraft des Stils erlangen, die der Bedeutung der Aussage und seiner Überzeugung entsprechen.
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  21. Gerade die opferbereiten Frauen opfern andere ohne Rücksicht. Weil sie selbstlos sind, sind sie in kleinen Dingen gütig. Weil sie einen Daseinszweck haben, der nicht ihr eigner Zweck ist, sondern der des ganzen Universums, ist für sie ein Mann nichts anderes als ein Werkzeug dieses Zwecks.
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  22. Eine Bewegung, die sich auf Philosophen und anständige Leute beschränkt, kann niemals einen wirklichen politischen Einfluß erlangen: es sind zu wenige. Erst wenn eine Bewegung sich fähig erweist, sich unter Räubern zu verbreiten, kann sie auf eine politische Majorität hoffen.
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  23. Nicht die Notwendigkeit zu tun, schuf mein Gehirn, sondern die Notwendigkeit zu wissen, was ich tue, damit ich, in meinem blinden Drang zu leben, mich nicht selbst umbringe.
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  24. Die platonische Vorstellung, daß wir mathematische Begriffe erfassen können, verleiht dem Geist eine Kraft, die weiter reicht als die Leistung einer Maschine, deren Handeln allein durch Berechnung bestimmt ist.
    Roger Penrose in "Schatten des Geistes"

  25. Zweifellos ist das Nachdenken über Mathematik bei weitem nicht die einzige biologische Aktivität, die bewußte Aufmeksamkeit erfordert! Es ist eine hoch spezialisierte und spezifisch menschliche Tätigkeit. (Zyniker könnten sogar sagen, es sei eine Tätigkeit, die auf besondere und sonderbare Meschen beschränkt ist.)
    Roger Penrose in "Schatten des Geistes"

  26. Mens sana in corpore sano ist ein törichter Ausspruch. Der gesunde Leib ist ein Produkt des gesunden Geistes.
    Bernhard Shaw in "Mensch und Übermensch"

  27. Regeln können Verständnis gelegentlich teilweise, aber niemals vollständig ersetzen.
    Roger Penrose in "Schatten des Geistes"

  28. Die Wahrheiten, die wir finden, sind nicht von letzter Wichtigkeit; und die Wahrheiten, die von letzter Wichtigkeit sind, finden wir nicht.
    Bertrand Russell in Ludwig Marcuse "Philosophie des Un-Glücks"

  29. Die verschrobensten Ideen sind nicht so unerlaubt wie verschrobene Ohren.
    Ludwig Marcuse "Philosophie des Un-Glücks"

  30. Leid schafft nicht Wahrheiten; aber läßt vielleicht Augen wachsen für sie. Niederlagen, nicht nur die des Körpers, lenken den Blick auf die großen Niederlagen des Menschen.
    Ludwig Marcuse "Philosophie des Un-Glücks"

  31. Jeder glaubt gern, was er wünscht, die Dinge aber sind oft anders beschaffen.
    Demosthenes

  32. ..., daß der Algorithmus etwas ist, dessen Spezifikation über das hinausgeht, was sich in der Praxis erreichen läßt.
    Roger Penrose in "Schatten des Geistes"

  33. Der radikale Pessimist liebt das Leben - und hat nicht mehr den Ausweg der Erlösung durch Loslösung.
    Ludwig Marcuse "Philosophie des Un-Glücks"

  34. Je ausgestoßner man sich fühlt, umso dankbarer ist man für jedes vertraute Geräusch.
    Heinz Riedler in "Brot und Spiele"

  35. Der Einsamste
    Nun, da der Tag des Tages müde war, und aller Sehnsucht Bäche
    von neuem Trost plätschern, auch alle Himmel, aufgehängt in Gold-Spinnetzen,
    zu jedem Müden sprechen: ,,ruhe nun!``-
    was ruhst du nicht, du dunkles Herz,
    was stachelt dich zu fußwunder Flucht ;
    wes harrest du?
    Friedrich Nietzsche "Gedichte"

  36. Die dauerhaftesten Gefühle reifen im Schimmelkeller der Gewohnheit heran, ...
    Heinz Riedler in "Brot und Spiele"

  37. Obwohl die Welt nicht amorph ist und die Eigenschaften von Objekten durch Chemie und Physik beschreibar sind, ist doch klar, daß Objekte auf der makroskopischen Ebene nicht als vorab definierte Kategorien existieren, daß sie im Zeitverlauf wandelbar sind und Neuheiten sein können und daß sich die Reaktionen auf sie nach dem relativen adaptiven Wert für den Organismus richten und nicht nach dem Wahrheitsgehalt ihrer Beschreibung.
    Gerald M. Edelmann "Unser Gehirn - Ein dynamisches System"

Juli 1998 bis Dezember 1999

  1. Der Platoniker weiß, daß das Universum auf irgendeine Weise ein Kosmos, eine Ordnung ist; diese Ordnung kann für den Aristoteliker ein Irrtum oder eine Erfindung unserer voreingenommenen Erkenntnis sein.
    Jorge Luis Borges "Von der Allegorie zum Roman"

  2. Taten sind die Zerstörer von Illusionen.
    Jürgen Weiprecht

  3. Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus.
    Franz Kafka "Der Prozeß"

  4. ... , scheint mir das skizzierte Verfahren immer noch in entscheidenden Aspekten dem des Physikers vergleichbar zu sein, der gewisse im Sonneneninneren stattfindende Prozesse annimmt. Natürlich gibt es hier auch Unterschiede; während der Physiker nämlich tatsächlich physikalische Entitäten und Prozesse annimmt, beziehen wir uns auf abstrakte Bedingungen, denen unbekannte Mechanismen genügen müssen. Wir können weiterhin Vermutungen über tatsächliche Mechanismen anstellen, aber wir wissen, daß dies angesichts unserer gegenwärtigen Unkenntnis über die Funktionsweise des Gehirns zwecklos wäre. Dies ist aber, jedenfalls im Prinzip, kein entscheidender Unterschied. Wären wir in der Lage, Menschen so zu untersuchen, wie wir andere wehrlose Lebewesen erforschen, könnten wie durchaus tiefer in die operativen Mechanismen eindringen, indem wir mit dem Organismus experimentieren oder kontrollierte Sprachwachstumsbedingungen schaffen usw. und so vielleicht die Kluft zwischen den sprachlichen Beispielen und dem Beispiel aus der Astronomie verringern. An solchen direkten Eingriffen hindern uns ethische Schranken.
    Noam Chomsky "Regeln und Repräsentationen"

  5. Verallgemeinerung ist die Philosophie der Primitiven.
    M. Y. Ben Gaviél

  6. Lernen ist zwangläufig begrenzt durch Wertsysteme, die während der Evolution im Sinne des Überlebens einer bestimmten Spezies selektiert worden sind.
    Gerald M. Edelmann "Unser Gehirn - Ein dynamisches System"

  7. Die Besetzung einer Nische im Laufe der Evolution ist eine Art Kategorisierung höherer Ordnung, und gleiches gilt für das Lernen.
    Gerald M. Edelmann "Unser Gehirn - Ein dynamisches System"

  8. Obwohl die generierte Sprache unendlich ist, ist die in einem endlichen Gehirn repräsentierte Grammatik selbst endlich. Somit müssen die grammatischen Regeln auf gewisse Weise wiederholt angewendet werden, damit eine unendliche Menge von Sätzen, jeder davon mit seiner besonderen Lautung, Struktur und Bedeutung, generiert werden kann.
    Noam Chomsky "Regeln und Repräsentationen"

  9. Wir müssen uns einfach Klahrheit über unser Tun zu schaffen suchen,wenn wir etwas so Komplexes und Verborgenes wie das menschliche Sprachvermögen und seinen Gebrauch untersuchen.
    Noam Chomsky "Regeln und Repräsentationen"

  10. Wir können den Geist als ein System von >>mentalen Organen<<  auffassen, wovon eines das Sprachvermögen ist. Jedes dieser Organe hat seine spezifische Struktur und Funktion, die in allgemeinen Zügen vom unserer genetischen Ausstattung bestimmt sind und die auf Weisen zusammenwirken, die in großem Ausmaß ebenfalls biologisch festgelegt sind, um unserem mentalen Leben die Grundlage zu geben.
    Noam Chomsky "Regeln und Repräsentationen"

  11. Nichts kommt von selbst, sogar eine Dummheit muß man erst machen.
    Stanislaw Lec

  12. Nichtstun ist besser als mit viel Mühe nichts zu schaffen.
    Laotse

  13. Es ist eine Tatsache, daß die wissenschaftlichen Kenntnisse vieler Menschen genauso beschränkt sind wie ihre moralischen oder sozialen.
    Paul M. Churchland

  14. Der Himmel, den so viele Lichter schmücken, nimmt von dem tiefen Geist, der ihn bewegt, das Abbild in sich auf und wird sein Stempel. Wie ihr die Seele sich in eurem Staube in Gliedern mannigfaltig Art und Zweckes auflöen sehet zu verschiednen Kräften, so wird die Güte der Intelligenz, indem sie selbst um ihre Einheit kreiset, zur Vielfachheit in der Gestirne Wirkung.
    Dante Alighieri "Die Göttliche Komödie"

  15. Das sei dir immer Blei an deinen Füßen, daß du zum Ja und Nein, das du nicht siehst, gleich einem Müden langsam dich bewegest; denn unter Toren selbst steht der gar niedrig, der ohne Unterschied bejaht und nein sagt, mag es um dies sich oder jenes handeln.
    Dante Alighieri "Die Göttliche Komödie"

  16. Glücklicherweise können wir unser Gehirn benutzen, ohne es genau zu verstehen.
    Robert Jourdain "Das wohltemperierte Klavier"

  17. Nach diesem Konzept ist Lust eigentlich nicht mehr als die Abwesenheit von Unlust, und unser Leben muß ziemlich unangenehm sein, wenn wir so viele Gelegenheiten für Vergnügen finden müssen.
    Robert Jourdain "Das wohltemperierte Klavier"

  18. Mathematik ist die Antwort des Menschen auf die Komplexität der Welt. Mathematik ist die Ordnungsmacht im Dschungel der Phänomene.
    Hans-Otto Peitgen, Hartmut Jürgens und Dietmar Saupe "Bausteine des Chaos - Fraktale"

  19. Chaos stellt eine äußerste Begrenzung menschlicher Fähigkeiten dar. Chaos wird stets ein Mysterium bleiben, vielleicht das endgültige, allumfassende Mysterium.
    Hans-Otto Peitgen, Hartmut Jürgens und Dietmar Saupe
    Joseph Ford in "Chaos - Bausteine der Ordnung "

  20. Der Mensch, glaube ich, ist in seinen eignen Betätigungen ungefähr so geschickt, wie es die ersten Vögel in der Kunst des Fliegens waren. Er ist eine Art Archäopteryx des Geistes.
    Olaf Stapledon "Die Insel der Mutanten"

  21. Best of all, I think, is the anonymous observation that a singularity is "where God is dividing by zero".
    Paul J. Nahin "Time Machines"

  22. Wer nicht vernünftig denken will, verzichtet darauf, Mensch zu sein und muß deshalb als entartetes Wesen behandelt werden.
    Julien Offray de La Mettrie Diderot in "Der Mensch als Maschine"

  23. Alles, was wir uns vorstellen, ist endlich. Deshalb gibt es weder Idee noch Vorstellung von etwas, das wir unendlich nennen. Niemand kann in seinem Geist ein Bild von unendlicher Größe besitzen oder sich unendliche Geschwindigkeit, unendliche Zeit, unendliche Kraft oder unendliche Macht vorstellen. Wenn wir sagen, ein Ding sei unendlich, so geben wir nur zu erkennen, daß wir nicht fähig sind, uns Ende und Grenzen des benannten Dings vorzustellen, da wir keine Vorstellungvon dem Ding, sondern nur von unserer eignen Unfähigkeit haben.
    Thomas Hobbes "Levithan"

  24. ..., denn die Leidenschaften des Menschen sind gewöhnlich mächtiger als ihre Vernunft.
    Thomas Hobbes "Levithan"

  25. Denn cultus bedeutet im eigentlichen Sinn stets die Arbeit, die ein Mensch zu dem Zweck, sich daraus einen Vorteil zu verschaffen, für ein Ding aufwendet.
    Thomas Hobbes "Levithan"

  26. Even when no human is alive any longer,there is now ...
    Reichenbach in Paul J. Nahin "Time Machines"

  27. Rational (´ logical ´) thought is a kind of mental calculation that follows certain prescribed rules, in many ways not unlike arithmeric.
    Keith Devlin "Goodbye Descartes"

  28. As individuals, therefore, we try to regard the whole cosmic adventure as a symphony now in progress, which may or may not some day achieve its just conclusion. Like music, however, the vast biography of the stars is to be judged not in respect of its final moment merely, but in respect of the perfection of its whole form; and whether its form as a whole ist perfect or not, we cannot know.
    Olaf Stapledon "Last and First Men"

  29. Great are the stars, and man is of no account to them. But man is a fair spirit, whom a star conceived and a star kills. He is greater than those bright blind companies. For though in them there is incalculable potentiality, in him there is achievement, small, but actual. Too soon, seemingly, he comes to his end. But when he is done he will not be nothing, not as though he had never been; for he is eternally a beauty in the eternal form of things.
    Olaf Stapledon "Last and First Men"

  30. Die Möglichkeiten werden stets von den Wünschen überflügelt,...
    Sergej Snegow "Menschen wie Götter"

  31. ... der Grund dafür, daß die Menschen so oft lügen, liegt darin, daß es ihnen an Einbildungskraft ermangelt: sie erkennen nicht, daß auch die Wahrheit eine Sache der Erfindungsgabe ist.
    Keith Devlin Antonio Machado in "Infos und Infone"

  32. Ein kognitives System ist ein System, dessen Organisation einen Bereich von Wechselwirkungen festlegt, in dem es erfolgreich auf seine Selbsterhaltung hinwirken kann, und der Erkenntnisprozeß ist das tatsächliche (induktive) Agieren oder Verhalten in diesem Bereich.
    Keith Devlin Maturana in "Infos und Infone"

  33. Nach meiner Ansicht sind Geisteszustände biologisch begrüundet: sie werden sowohl durch die Operationen des Gehirns verursacht als auch in der Struktur des Gehirns festgelegt ...
    Keith Devlin Searle in "Infos und Infone"

  34. Einsteins Raum ist nicht näher an der Realität als Van Goghs Himmel ... Die Entdeckungen des Wissenschaftlers geben dem Chaos eine durch ihn bestimmte Ordnung, so wie der Komponist oder Maler das Chaos ordnet; eine Ordnung, die sich stets auf beschränkte Aspekte der Realität bezieht und durch das Bezugssystem des Beobachters beeinflußt wird, das von Zeit zu Zeit wechselt, genau so wie sich ein Akt von Rembrandt von einem Akt von Monet unterscheidet.
    Arthur Koestler "The Art of Creation"

Januar 2000 bis Dezember 2004

  1. Aufgrund des Geheimnisses unseres Seins als einzigartige, selbstbewußte Wesen können wir hoffnungsvoll sein, wenn wir unsere eigene sanfte, empfindsame und vergängliche persönliche Erfahrung gegen den Schrecken und die unermeßliche Grenzenlosigkeit von Raum und Zeit setzen. Haben wir nicht Teil an der Bedeutung, wo es sonst keine Bedeutung gibt? Erleben und genießen wir nicht Kameradschaft, Freude, Harmonie, Wahrheit, Liebe und Schönheit, wo es sonst nur das geistlose Universum gibt?
    John C. Eccles zitiert sich aus "Facing Reality" in "Das Gehirn des Menschen"

  2. Das Normen- und Sanktionssystem der modernen Gesellschaft ruft jedem zu: Du wirst behandelt, als hättest du freie Wahl, also sieh dich vor!
    Gero von Randow "Roboter - Unsere nächsten Verwanden"

  3. Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte.
    Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten.
    Achte auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheiten.
    Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
    Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
    Talmud

  4. Menschlichkeit ist ein Dualismus aus Materialismus und Idelalismus.
    Jürgen Weiprecht

  5. Die Zukunft ist ein unermessliches Meer menschlichen Unwissens.
    Colin McGinn "Wie kommt der Geist in die Materie ? - Das Rätsel des Bewusstseins"

  6. Fürchterliche Erlebnisse geben zu rathen, ob Der, welcher sie erlebt, nicht was Füchterliches ist.
    Friedrich Nietzsche "Jenseits von Gut und Böse Zur Generalogie der Moral"

  7. Obwohl wir Menschen physischen Einschränkungen unterworfen sind, können unsere Gedanken frei und ungebunden das Universum erforschen und sich in Regionen vorwagen, die sogar Star Trek scheut - soweit es die bösen Träume zulassen.
    Stephen Hawking "Das Universum in der Nußschale"

  8. Die grössten Ereignisse und Gedanken - aber die grössten Gedanken sind die grössten Ereignisse - werden am spätesten begriffen: die Geschlechter, welche mit ihnen gleichzeitig sind, erleben solche Ereignisse nicht, - sie leben daran vorbei. Es geschieht Etwas, wie im reich der Sterne. Das Licht der fernsten Sterne kommt am spätesten zu den Menschen; und bevor es nicht angekommen ist, leugnet der Mensch, dass es dort - Sterne giebt. "Wie viel Jahrhunderte braucht ein Geist, um begriffen zu werden?"- das ist auch ein Maassstab, damit schafft man auch eine Rangordnung und Etiquette, wie sie noth thut; für Geist und Stern.-
    Friedrich Nietzsche "Jenseits von Gut und Böse - Zur Generalogie der Moral"

  9. Ursachen erkennen, das eben ist Denken, und dadurch allein werden Empfindungen zu Erkenntnissen und gehen nicht verloren, sondern werden wesenhaft und beginnen auszustrahlen.
    Herrmann Hesse "Siddhartha"

  10. Worte sind die Bilder der Gedanken. Aber wie Bilder können sie falsch verstanden werden.
    Jürgen Weiprecht

  11. Ratschlag für einen Lesenden
    Unwahrheiten
    Streiche aus.
    Halbwarheiten
    Ergänze.
    Was bleibt,
    Bedenke.
    René Schwachhofer aus "Von der Weisheit der Sprüche"

  12. Das Hirn ist größr als der Himmel;
    Vergleichst du nämlich beide,
    Umfaß es ihn ganz mühelos -
    Und obendrein dich selber auch.
    William Fallman Emily Dickinson in "Menschliches Denken/Künstliche Intelligenz"

  13. Albert Wellek sagt, daß geniale Menschen selten und jedenfalls nur sehr bedingt einen Typus darzustellen pflegen. Der Grundzug der Genialität ist richtig in der Universalität des Genies erkannt worden, einert Universialität des Innern, aus dem es die Welt gestaltet.
    Martin Gregor Dellin "Richard Wagner - Sein Leben. Sein Jahrhundert. Sein Werk."

  14. Menschen, wenn sie schon nicht Recht haben, behalten es doch gern, und dies besonders in Situationen, in denen ihnen Zweifel und Unsicherheit zusetzen.
    Dietrich Dörner "Die Logik des Mißlingens"

  15. Die Angabe eines Zieles in Form eines Komparativs weist oft genug darauf hin, daß man gar nicht genau weiß, was man eigentlich anstrebt.
    Dietrich Dörner "Die Logik des Mißlingens"

  16. Ob es besser wird, wenn es anders wird, weiß ich nicht, daß es aber anders werden muß, wenn es besser werden soll, weiß ich.
    Dietrich Dörner Lichtenberg in "Die Logik des Mißlingens"

  17. Jeder, der irgendwann einmal einen "neuen Himmel" gebaut hat, fand die Macht dazu erst in der eignen Hölle...
    Friedrich Nietzsche "Jenseits von Gut und Böse - Zur Generalogie der Moral"

  18. ...»the four stages of acceptance of a scientific theory: (i) this is worthless nonsense; (ii) this is an interesting, but perverse, point of view; (iii) this is true, but quite unimportant; (iv) I always said so.«
    William H. Calvin J.B.S. Haldane in "The Cerebral Code"

  19. The imagination is the weather of the mind.
    »Die Phantasie ist das Wetter des Geistes«
    William H. Calvin Wallace Stevens in "The Cerebral Code"

  20. Ich liebe es beim Nachdenken zu überlegen.
    Jürgen Weiprecht

  21. Kein Mensch bekämpft die Freiheit; er bekämpft höchstens die Freiheit der anderen...
    Heinz von Cramer Karl Marx in "Die Konzessionen des Himmels"

  22. Nun hat man oft behauptet, daß folgerichtiges Denken diejenige Fähigkeit ist, die uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet; so kommt es un zunächst einmal etwas paradox vor, das zu mechanisieren, was von allem das Menschlichste ist.
    Douglas R. Hofstadter "Göel, Escher, Bach - ein Endloses Geflochtenes Band"

  23. Der Politiker ist nämlich nur ein Parasit des Ruhmes. Was sich der Begabte sich durch die Ungew?nlichkeit seines Wesens und Wirkens verdient, den Namen, das erschleicht sich der Politiker durch die gewöhnlichsten Gewöhnlichkeiten, ...
    Franz Werfel "Stern der Ungeborenen"

  24. In ihrem Kern ist Musik reine Mathematik - berechenbare Luftschwingungen, deren Frequenzen sich nach physikalischen Regeln überlagern. Und doch geschieht eine Art Wunder: Mathematik verwandelt sich in Gefühl.
    Philip Bethge "Die Musik-Formel" im Spiegel 31/2003

  25. ..., Doch ist Leben nicht nur Handeln, es ist vorerst Erleben, und wie Handeln Erleben voraussetzt, setzt auch Nichthandeln, Träumen und Tagträumen, Erleben voraus, Leben endlich.
    Friedrich Dürrenmatt in "Der Winterkrieg in Tibet"
    aus "Labyrinth Turmbau" Stoffe I-III

  26. Das Leben ist chronologisch erfaßbar, doch das Erlebte nicht: Die Erinnerung vermag Vergangenes in die Gegenwart zu rücken, ihm eine stärkere Gegenwärtigkeit zu geben, als es in der Vergangenheit besaß. Die Vorstellungskraft schweißt Auseinanderliegendes zusammen, sie kümmert sich um keine Chronologie, schleppt aber sowohl das Nicht-Bewältigte mit sich als auch das Nicht-Gewählte.
    Friedrich Dürrenmatt in "Mondfinsternis"
    aus "Labyrinth Turmbau" Stoffe I-III

  27. Das Spielchen, das die Wissenschaft mit uns treibt, lässt sich gut als eine nie endende Demütigung der menschlichen Intelligenz beschreiben.
    João Magueijo "Schneller als die Lichtgeschwindigkeit"

  28. Nicht was die Menschen ber Gott, sondern was sie über sich glauben, macht das Schicksal der Sterblichen aus.
    Friedrich Dürrenmatt in "Die Brücke"
    aus "Labyrinth Turmbau" Stoffe IV-IX

  29. Dramaturgisch gesehen stellt das christliche Glaubenssystem eine der größten Leistungen der dialektischen Phantasie dar, nur vergleichbar mit der Mathematik. Ist diese ein Denken in Begriffen an sich und damit das logischste Gedankensystem, das wir kennen, dessen Widersprüchlichkeiten erkenntnistheoretischer Art sind, stellt die christliche Dogmatik ein Denken in Mythen dar und ist dadurch das paradoxeste Gedankensystem, das wir kennen, dessen Widersprüche metaphysisch sind.
    Friedrich Dürrenmatt in "Vinter"
    aus "Labyrinth Turmbau" Stoffe IV-IX

  30. Je tiefer und radikaler die Wendung zu einer neuen Konzeption ist, um so weiter ist diese anfangs von eindeutigen Behauptungen entfernt, um so größer ist in ihr die Rolle der Intuition, um so größer ist im Normalfall die Rolle ästhetischer Kriterien.
    B.G. Kuznecov "Einstein Leben - Tod - Unsterblichkeit"

  31. Ein Computer ist eine Anordnung einiger Materiebestandteile des Weltalls in einer Konfiguration, deren natürliche Entwicklung im Laufe der Zeit in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen mathematischen Fortschritt simulieren kann.
    John D. Barrow "Ein Himmel voller Zahlen"

  32. Gedanken sind Kombinationen von Sinneswahrnehmungen und Erinnerungen - oder, anders gesagt, Gedanken sind Bewegungen, die noch nicht stattgefunden haben (und vielleicht auch niemals stattfinden werden).
    William H. Calvin "Wie das Gehirn denkt"

  33. Das Erdenken einer Idee braucht ein Vielfaches mehr an Intelligenz als ihr bloßes Verstehen. Und weiter braucht der Mensch im Vergleich zur Intelligenz, eine Idee zu verstehen, fast nur ein Spatzenhirn, um zu den Glauben zu gelangen, er habe die Idee sicher verstanden.
    Gunter Dueck "Supramanie"

Januar 2005 bis September 2015

  1. Pessimismus ist der Schatten, den der Optimismus werfen muss, um erst genommen zu werden.
    Frank Schätzing im Spiegel 1/03.01.05

  2. Mir scheint, jeder Sterbliche besitze ganz nahe beim Zentrum seiner Maschine, an einem Vorzugsplatz unter seinen Navigationsinstrumenten seines Lebens einen kleinen Apparat von unglaublich feiner Empfindlichkeit, der ihm den Stand seiner Eigenliebe anzeigt.
    Paul Valéry "Monsieur Teste"

  3. Die Hölle ist die Erde, das mit einer überlegenen Klugheit erbaute Gefängnis, wo ich nicht einen Schritt tun kann, ohne das Glück der anderen zu verletzen, und wo die anderen nicht glücklich werden können, ohne mir Böses zuzufügen.
    August Strindberg "Inferno"

  4. Was ich sehe, macht mich blind. Was ich höre, macht mich taub. Das, worin ich wissend bin, macht mich unwissend. Ich bin unwissend, insofern und um soviel, wie ich weiß.
    Paul Valéry "Monsieur Teste"

  5. Das menschliche Leben ist eigentlich nur eine Abfolge des Wettkampfes von Denkansätzen hin zur Ökonomisierung des selbigen.
    Jürgen Weiprecht

  6. Die Zeit verläuft sich nicht, sondern in ihr verläuft sich das Dasein des Wandelbaren. Die Zeit also, die selbst bleibend ist, korrespondiert in der Erscheinung das Unwandelbare in Dasein, d.i. die Substanz, und bloß an ihr kann die Folge und das Zugleichsein der Erscheinung der Zeit nach bestimmt werden.
    Immanuel Kant "Kritik der reinen Vernunft"

  7. Nach dem natürlichen Zirkellauf der Dinge führet Wahrheit zur Beruhigung, Beruhigung zur Trägheit und Trägheit zum Aberglauben. Alsdann ist es eine Wohlthat der Vorsehung, wenn der Geist des Zweifels und der spitzfündigsten Untersuchung rege gemacht wird, um durch Verwerfung aller Grundsätze den Rückweg zur Wahrheit wieder hinzuführen.
    Moses Mendelssohn"Morgenstunden VIII"

  8. Das Gedächtnis liefert den Seelen eine Art von Verkettung, welche die Vernuft nachahmt, aber von dieser unterschieden werden muß.
    G.W. Leibniz "Monadologie"

  9. ...;denn die Menschen urteilen insgesamt mehr nach den Augen als nach dem Gefühl, denn sehem können alle, fühlen aber wenige.
    Machiavelli "Der Fürst"

  10. ..., daß niemand den Verstand benutzen wollte. Menschen wollten Ruhe. Sie wollten essen und schlafen, und sie wollten, daß man nett zu ihnen war. Denken wollten sie nicht.
    Daniel Kehlmann "Die Vermessung der Welt"

  11. Jeder Mensch ist einzigartig, somit ist jedes individuelle menschliche Denken einzigartig. Denken, Bewusstsein, Vernunft ist somit eine Menge von Einzigartigkeiten, eine Menge von Singularitäten.
    Jürgen Weiprecht

  12. Es lohnt sich nicht seine Zeit zu vertrödeln, um die Welt zu verändern zu können, es genügt zu verhindern, dass die Welt einen selbst verändert.
    Jürgen Weiprecht nach Carlos Ruiz Zafón  "Der dunkle Wächter"

  13. Die Zeit ist ein Dieb nicht nur der Schönheit, sondern auch der Häßlichkeit.
    Aaron Ben-Ze'ev    "Die Logik der Gefühle. Kritik der emotionalen Intelligenz"

  14. Und wer ein Schöpfer sein muß im Guten und Bösen: wahrlich der muß ein Vernichter sein und Werte zerbrechen.
    Friedrich Nietzsche  "Also sprach Zarathustra"

  15. Unser größter und längster Irrtum ist, daß wir das Leben, d.h. seinen Genuß, wie die Materialisten das Ich, in seiner Zusammensetzung suchen, als könnte das Ganze oder das Verhältnis der Bestandteile uns etwas geben, das nicht jeder einzelne Teil schon hätte.
    Jean Paul  "Titan"

  16. Definitionen sind Dogmen, nur die Deduktionen aus ihnen sind Erkenntnisse.
    Karl Menger  "Dimensionentheorie"

  17. Intelligenz liebt Muster und scheut vor Zufälligen zurück.
    Douglas Hofstadter  "Gödel, Escher, Bach - ein Endlos Geflochtenes Band"

  18. Der wirkliche Liebhaber von Büchern muß sie gar nicht alle gelesen haben. Wichtig ist, daß man weiß: Es gibt dieses oder jenes Buch und man hat es zur Verfügung - für die Zukunft.
    Umberto Eco
    gefunden auf www.klassiker-der-weltliteratur.de (26.01.2012)

  19. Die Gesamtheit der Ursachen der Erscheinungen ist dem menschlichen Verstand nicht zugänglich. Aber das Bedürfnis, den Ursachen nachzuspüren, ist dem Menschen angeboren. Und der menschliche Verstand, der in die Unendlichkeit und Kompliziertheit der jede Erscheinung begeitenden Umstände, deren jede, für sich betrachtet, wieder als Ursache aufgefaßt werden kann, nicht einzudringen vermag, hält sich an den ersten besten, ihm am leichtesten verständlichen Umstand und sagt: das ist die Ursache.
    Lew Tolstoi  "Krieg und Frieden"

  20. Das Unsinnreden ist das einzige Privilegium, das der Mensch vor allen übrigen organischen Wesen hat. Wer Unsinn redet, der gelangt zur Wahrheit.
    Fjodor Dostojewski  "Schuld und Sühne"

  21. In bezug auf Wissenschaft, Fortschritt, Denken, Erfindungsgabe, Ideale, Bestrebungen, Liberalismus, Vernunft, Erfahrung und alles, alles, alles, alles, alles sitzen wir noch in der untersten Vorbereitungsklasse des Gymnasiums! Wir haben Gefallen daran gefunden, uns mit fremder Weisheit zu behelfen; wir haben uns daran gewöhnt!
    Fjodor Dostojewski  "Schuld und Sühne"

  22. Ein Gefühl ist ein Handlungsbedürfnis in Reaktion auf Menschen oder Dinge, die für uns von Bedeutung sind.
    Eric Kandel  "Das Zeitalter der Erkenntnis"

  23. Manchmal ist eine gründliche Vertrautheit mit einer Frage der beste Ersatz für die Antwort, die uns verschlossen bleibt.
    Brian Greene  "Das elegante Universum"

  24. Mir ist klar geworden, dass sich das Universum nicht nur dadurch erkennen lässt, dass man seine Geheimnisse löst, sondern auch dadurch, dass man sich in sie vertieft.
    Brian Greene  "Der Stoff, aus dem der Kosmos ist"

  25. Doch hüten Sie sich, die Sprache mit der Wirklichkeit zu verwechseln, denn die menschliche Sprache eignet sich weitaus besser dazu, menschliche Erfahrung wiederzugeben, als komplizierte physikalische Gesetze zum Ausdruck zu bringen.
    Brian Greene  "Der Stoff, aus dem der Kosmos ist"

Ab Oktober 2015

  1. Das vollkommenste und erschreckendste Kunstwerk der Menschheit ist die Aufteilung der Zeit.
    Elias Canetti gefunden in Felix J. Palma "Die Landkarte der Zeit "

  2. Das ist eigentlich nichts Neues, sondern ein Dilemma, das mit der Suchtätigkeit allgemein verknüpft ist: Soweit man es mit einer Welt zu tun hat,die viel zu groß, um sich vollständig erforschen zu lassen, ist man auf Vermutungen angewiesen und läuft Gefahr, daß diese sich nicht nach Wunsch bewahrheiten.
    Douglas Hofstadter "Die FARGonauten - Über Analogie und Kreativität"

  3. The greatest enemy of knowledge is not ignorance, it is the illusion of knowledge.
    Stephen Hawking https://www.facebook.com/TheUniverseofCarl/photos/pb.163063653755031.-2207520000.1452407512./1014855935242461/?type=3&theater

wird fortgesetzt

Schattenfoto im Park Schloß Schönbrunn in Wien September 2011 • © 2012 von Jürgen Weiprecht • Letzte Änderung: J.W. 14.09.2017